Welt : Tödliche Schlägerei zwischen Vätern

In einem Aufsehen erregenden Prozess um die tödliche Schlägerei zwischen zwei Vätern beim Eishockeytraining ihrer Söhne ist ein Mann am Freitag in Boston wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Der Prozess war tagelang live im Fernsehen übertragen worden und hat eine Debatte über die wachsende Aggressivität von amerikanischen Eltern ausgelöst, die ihre Kinder zu sportlichen Höchstleistungen anspornen wollen.

Der 44-jährige Thomas Junta hatte sich bei dem Eishockeytraining im Juli 2000 aufgeregt, weil Michael Costin, der das Training beaufsichtigte, seiner Ansicht nach nicht genügend gegen das rüde Verhalten einiger Kinder auf dem Eis unternahm. Die Söhne der Männer spielten in gegnerischen Mannschaften. Die Väter gerieten aneinander, dabei schlug Junta dem 40-jährigen Michael Costin mehrfach hart mit der Faust ins Gesicht. Costin wurde bewusstlos und starb einen Tag später im Krankenhaus. Durch die Schläge war in seinem Nacken eine Arterie gerissen. Der Richter will das Strafmaß am 25. Januar verkünden. Junta drohen bis zu sechs Jahre Haft.

Mehrere Augenzeugen sagten, sie hätten Junta vergeblich beschworen, aufzuhören, als Costin am Boden lag. Der Kampf fand am Rand des Eishockeyrings vor den Augen anderer Eltern und der Kinder statt, die teilweise nicht älter als sieben Jahre waren.

Amerikanische Eltern werden bei Sportveranstaltungen ihrer Kinder immer aggressiver, klagt die Allianz für Jugendsport (NAYS). Die Zahl der Eltern, die am Spielfeldrand ausfällig werden, sei in den vergangenen fünf Jahren von fünf auf 15 Prozent gestiegen.

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