Tropischer Wirbelsturm "Isaac" : New Orleans bangt wieder

Sieben Jahre nach dem Hurrikan „Katrina“ droht den USA ein neuer Wirbelsturm: „Isaac“. Wetterforscher befürchten das Schlimmste. Doch New Orleans ist heute besser vorbereitet als 2005.

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New Orleans heute: Auf den ersten Blick sieht man der Stadt nicht an, was sie vor fünf Jahren durchgemacht hat. Doch alle Bewohner sind sich einig: Es gibt ein Leben vor und nach Katrina.Weitere Bilder anzeigen
Foto: AFP
27.08.2010 12:45New Orleans heute: Auf den ersten Blick sieht man der Stadt nicht an, was sie vor fünf Jahren durchgemacht hat. Doch alle Bewohner...

Dies sind unruhige Nächte an Floridas Küste. Der Schlaf wird oft unterbrochen. Starke Windböen peitschen Regentropfen gegen die Fensterscheiben. Es klingt wie schwerer Hagelschlag. Draußen biegen sich die Palmen. Die Farbe der Wolken ist ein bedrohliches Grau.

Noch ist „Isaac“ als tropischer Sturm gelistet. Aber die Meteorologen werden nicht müde zu betonen, dass dieser Wirbel, der sich auf den Wetterkarten für den Golf von Mexiko als drehendes Ungetüm langsam nach Norden vorarbeitet, das Potenzial zu einem vernichtenden Hurrikan in sich trage. In der Karibik kamen mehrere Menschen ums Leben. Es gab schwere Verwüstungen in Haiti, der Dominikanischen Republik und auf Kuba.

Auf Computerbildern legen die Wetterforscher nun den Weg, den „Katrina“ 2005 nahm, über den bisherigen Pfad von „Isaac“. Es zeigen sich genügend Ähnlichkeiten, um das Schlimmste zu befürchten. Es ergeben sich aber auch Abweichungen, die Hoffnung wecken.

„Katrina“ wurde vor sieben Jahren zum Synonym für das Versagen der Regierung Bush. Der Hurrikan zerstörte New Orleans. Bei den Vorsorgemaßnahmen und bei der Katastrophenhilfe zeigten sich die Behörden der Aufgabe nicht gewachsen.

Video: Hurrikan "Isaac" bedroht US-Golfküste

Seither ist die Republikanische Partei übervorsichtig, wenn ein politisches Großereignis und die Wirbelsturmgefahr sich in die Quere kommen. Der Extremfall für diese Interessenkollision sind alle vier Jahre die Nominierungsparteitage, die traditionell in die letzte August- oder die erste Septemberwoche fallen. Das ist zugleich der Höhepunkt der Hurrikan- Saison. Einerseits möchten beide Parteien ihren Präsidentschaftskandidaten in einer aufwändig inszenierten Bühnenshow feiern und dem Land ihre Siegeszuversicht demonstrieren. Andererseits müssen sie, falls es zu einer Naturkatastrophe kommt, ihr Mitgefühl und ihre Hilfsbereitschaft ausdrücken – und rauschende Parties besser unterlassen.

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