• Trubel um Vaterschaft von Michael Jackson hat lange Vorgeschichte - Gespanntes Verhältnis zwischen Boulevardpresse und "King of Pop"

Welt : Trubel um Vaterschaft von Michael Jackson hat lange Vorgeschichte - Gespanntes Verhältnis zwischen Boulevardpresse und "King of Pop"

Robert von Rimscha

Neues von Wacko Jacko? "Baby-Betrug" und "Lügen-Vater" lauteten am Freitag die Schlagzeilen deutscher Boulevardblätter. Popstar Michael Jackson sei nicht der biologische Vater seiner beiden kleinen Kinder Prince und Paris. Das amerikanische Gossenheft "Star" war die Quelle. Am Rande des Scheidungskrieges zwischen dem 41-jährigen Jackson und seiner zweiten Frau Debbie Rowe will der "Star" Neues zu den alten Gerüchten über den "Kinderschwindel" erfahren haben.

Das gespannte Verhältnis zwischen Amerikas Boulevardpresse und dem bizarren "King of Pop" beruht auf gegenseitiger Abhängigkeit. Anfang 1997 bot Jackson die ersten Fotos seines ersten Babys zum Verkauf an, nachdem er nur Tage zuvor um die Gewährung seiner Privatsphäre gebeten hatte. Der "National Enquirer" kaufte die Prince-Aufnahmen für zwei Millionen Dollar.

Das Blatt meldete bereits damals, Debbie Rowe habe bei der Foto-Session ihr Kind erst zum zweiten Mal überhaupt - erstmals nach der Geburt - gesehen. Der "Enquirer" lauschte Mrs. Jackson auch den Satz ab: "Michael ist tief verletzt. Nach dem ganzen Stress, den er hatte, sieht das Kind überhaupt nicht aus wie er!"

Jackson und seine "Kinder" blieben für Skurrilitäten gut. Im Juni 1999 sagte Michael einen Benefiz-Auftritt mit Luciano Pavarotti ab, weil Prince krank sei. Der italienische Opernstar erläuterte dem Publikum in seiner Landessprache, warum der Pop-Held nicht kommen werde. Bei der Übersetzung aus dem Italienischen wurde aus dem "kranken" Prince ein "sterbender". Debbie Rowe erfuhr von der nun plötzlich lebensgefährlichen Virusinfektion im Fernsehen.

Als "Baby-Behälter" hat sich Jacksons zweite Frau mehrfach bezeichnet. Der "Star" behauptet jetzt, genau zu wissen, wann und wo welche Samenbank zur Vermehrung der Jackson-Familie angezapft wurde.

Ex-Krankenschwester Rowe soll nun um die 20 Millionen Dollar bekommen, wenn sie sich verpflichtet, niemals öffentlich über ihre vor genau drei Jahren geschlossene Ehe mit dem Pop-Phänomen zu sprechen.

Die jüngsten Spekulationen fallen nicht zufälligerweise mit den Verhandlung über die Bedingungen der zweiten Jackson-Scheidung zusammen. Das seriöse US-Finanzblatt "Forbes" hatte vor kurzem die Solvenz Jacksons in Frage gestellt und vorgerechnet, der Popstar verdiene mit seiner Musik nicht mehr viel, mit den Rechten an Beatles-Songs hingegen einiges.

Zur Auffüllung der Portokasse dienen offenbar auch der Verkauf der Baby-Fotos an genehme Postillen - ebenso wie Prozesse gegen ungenehme Boulevard-Blätter. Im Juni 1992 hatte der britische "Mirror" ein Foto von Jackson auf der Titelseite. Daneben fanden sich Charakterisierungen wie "schrecklich verunstaltet" und "vernarbtes Phantom". Jackson klagte; beide Seiten einigten sich außergerichtlich.

Der "Mirror" verriet die Höhe der gezahlten Summe nicht, musste aber erklären, man habe sich "nach einer persönlichen Besichtigung" davon überzeugen lassen, dass Jackson durch seine vielen Schönheitsoperationen keineswegs so entstellt sei, wie das Foto suggeriert habe. Na denn!

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