Tschechien : "Todespfleger" womöglich von "Sakrileg" inspiriert

Der in Tschechien festgenommene "Todespfleger" hat sich womöglich vom Roman "Sakrileg" des Bestseller-Autors Dan Brown inspirieren lassen. Das berichtete die tschechische Zeitung "Dnes" und zitierte dementsprechende Passagen des Buches.

Prag - Der 30-jährige Petr Zelenka soll nach ersten Ermittlungen in einem Krankenhaus in Havlickuv Brod sieben Patienten getötet und zehn weitere Tötungen versucht haben. Den Ermittlungen zufolge verabreichte der Krankenpfleger seinen Opfern tödliche Dosen von Blut-Gerinnungshemmern, was zu massiven Blutungen führte. Auf solche Weise wird in "Sakrileg" ein Papst getötet.

"Dnes" zitierte einen Ausschnitt aus Browns Roman, in dem eine der Hauptpersonen - Vittora Vetra - über die tödlichen Nebenwirkungen einer zu hohen Dosis Blut-Verdünnungsmittel spricht. Auch wird in dem Roman erwähnt, dass in einem solchen Fall die Todesursache bei einer Autopsie nicht unbedingt nachweisbar sei. Die tschechische Übersetzung von "Sakrileg" sei bereits vor drei Jahren erschienen, berichtet "Dnes". Daher könne der mutmaßliche "Todespfleger" das Buch auch kennen, vermutete das Blatt. Bei den mutmaßlichen Tötungen handelt es sich laut "Dnes" um die ersten in Tschechien mit Blut-Verdünnungsmittel.

Die tschechischen Justizbehörden hatten am Montag erklärt, dem Verdächtigen drohe lebenslange Haft. Die von dem 30-Jährigen getöteten Patienten seien nicht etwa sterbenskrank und an der Schwelle des Todes gewesen. Es habe sich vielmehr um Patienten gehandelt, die an Krankheiten wie Blutvergiftung oder Lungenentzündung litten und gute Chancen auf Heilung hatten, sagte ein Vertreter des Krankenhauses in Havlickuv Brod, wo Zelenka die Morde begangen haben soll. Ermittler berichtete, Zelenka habe seit seiner Verhaftung erschreckende Kälte an den Tag gelegt und bereue außer seiner Verhaftung nichts. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben