Tschüss Gouvernator : Geht Arnie zurück nach Hollywood?

Arnold Schwarzenegger durfte nicht noch mal als Gouverneur antreten – jetzt könnte ihn Hollywood zurückrufen. Immerhin ist "I'll be back" eines seiner bekanntesten Zitate.

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Auf Wiedersehen in Hollywood. Arnold Schwarzenegger. Foto: AFP
Auf Wiedersehen in Hollywood. Arnold Schwarzenegger. Foto: AFPFoto: AFP

Amerika ist voller Widersprüche – das bekommt nun einer der berühmtesten Einwanderer am eigenen Leibe zu spüren. In der Politik sind mehrfache Wiederholungen verpönt. Nach zwei Amtszeiten als Gouverneur von Kalifornien darf Arnold Schwarzenegger nicht wieder antreten. Diese Begrenzung gilt in den USA als bestes Mittel, um monarchieähnliche Erbhöfe in der Politik zu verhindern.

Ganz anders in der Wirtschaft und speziell in den Branchen Entertainment und Kino. Dort gilt die Wiederholung eines erwiesenen Erfolgsmodells bis an die Grenze des Überdrusses als geniale Methode, um die Gewinne zu steigern. In Rollen wie „Conan, der Barbar“ und „Terminator“ war der Ex-Bodybuilder als Schauspieler höchst erfolgreich. Also gab es zahlreiche Fortsetzungsfilme.

„I’ll be back“ wurde zum wohl bekanntesten Zitat. Kehrt Schwarzenegger nun zurück ins Kino? Die politische Karriere ist wohl am Ende. Für das Präsidentenamt darf der 63-Jährige nicht kandidieren, denn er ist nicht in den USA geboren. Und welcher andere Posten wäre überhaupt attraktiv für einen Mann, der den mit Abstand größten US-Bundesstaat regiert hat? Wäre Kalifornien nicht Teil der USA, sondern souverän, würde es zu den zehn größten Volkswirtschaften der Erde gehören. Sein Gouverneur hätte einen Platz am Tisch der G 20. Nun spekuliert Amerika über Schwarzeneggers Comeback als Schauspieler. An der Seite anderer erprobter Hollywood-Haudegen wie Bruce Willis (55) und Silvester Stallone (64) ist er seit August im Actionfilm „The Expendables“ zu sehen. Ein Söldnerteam befreit Geiseln auf einem gekaperten Schiff im Golf von Aden. Schwarzenegger hat freilich nur einen Kurzauftritt. Während der Dreharbeiten 2009 war er schließlich noch Gouverneur. Skeptiker fragen freilich auch, ob er mit seinen 63 Jahren noch die körperliche Fitness habe, um künftig erneut die Hauptrolle in solchen Actionfilmen glaubwürdig übernehmen zu können.

Die Bilanz des „Gouvernators“ im Regierungsamt war gemischt. 2003 war Kalifornien in einer schweren Krise. In einer außerordentlichen „Rückruf“-Wahl wurde der damalige demokratische Gouverneur Gray Davis mit 55,4 Prozent der Stimmen des Amtes enthoben – und der Republikaner Schwarzenegger mit 48,6 Prozent an seine Stelle gewählt.

Sein Reformprogramm, wie sich das Haushaltsdefizit ausgleichen ließe, erwies sich jedoch als zu ehrgeizig. Schwarzenegger wusste, wie schwer er es als Republikaner in dem demokratisch geprägten Westküstenstaat haben würde. Von Anfang an holte er Demokraten in seine Mannschaft. Er unterschätzte jedoch den Widerstand der Gewerkschaften, voran der Lehrergewerkschaft. Die überaus großzügige Altersversorgung von Staatsangestellten ist einer der Hauptgründe für das Budgetdefizit. Schwarzenegger wollte seine anfängliche Popularität nutzen, um mit Volksabstimmungen die Wende einzuleiten. Die Gewerkschaften investierten mehr als hundert Millionen Dollar, um das Sparpaket zu verhindern – und gewannen den Machtkampf. Schwarzenegger gestand demütig ein, es sei ein Fehler gewesen, sich mit „dem Volk“ anzulegen, gelobte Besserung und wurde wenige Monate später wiedergewählt.

Er ist Umweltschützer und verschärfte den Emissionsschutz. Sein Eintreten für die Todesstrafe rief in Europa Protest hervor. Die globale Finanzkrise hat Kaliforniens Budgetprobleme verschärft. Der Staat kann seine Rechnungen nicht bezahlen. Im Rückblick meinen nun viele, Schwarzeneggers gescheiterte Reformen wären wohl doch richtig gewesen.

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