Welt : Tunnelkatastrophe: Suche nach den Namen der Toten fällt schwer

Nach der Tunnelkatastrophe am österreichischen Kitzsteinhorn haben am Montag Gerichtsmediziner mit der Bergung und Untersuchung der vermutlich 162 Todesopfer begonnen. In den nächsten Tagen sollen genetische Analysen in Salzburg die Identität der Toten klären, von denen nach neuen Angaben 37 aus Deutschland stammen. Den Helfern, die voraussichtlich noch mehrere Tage in dem Tunnel arbeiten werden, boten sich Bilder des Grauens.

Wegen der großen Hitze in dem Gletscherzug seien viele Leichen bis zur Unkenntlichkeit entstellt oder sogar vollständig verbrannt, hieß es. Deswegen könnten die Familien wahrscheinlich nicht persönlich Abschied von ihren Angehörigen nehmen, sagte der Leiter der Salzburger Polizei, Major Franz Lang. Die vorläufige Opferzahl war am Montag auf 162 gestiegen. 159 Menschen aus der Seilbahn seien im Flammentunnel verbrannt, berichtete die Einsatzleitung der Bergungskräfte in dem österreichischen Skiort. Dazu kämen noch drei Opfer, die am Samstag in der Bergstation des Zuges an Rauchvergiftungen gestorben seien.

Unter den nur indirekt identifizierten Opfern im Tunnel sind nach neuen Erkenntnissen 92 Österreicher, 37 Deutsche, zehn Japaner, acht US-Bürger, vier Slowenen, zwei Niederländer sowie jeweils eine Person aus Großbritannien und Tschechien. Bei vier Toten sei die Nationalität noch nicht geklärt.

Die Staatsanwaltschaft in Salzburg begann am Montag mit der vorläufigen Untersuchung der Brandkatastrophe. Es handele sich um routinemäßige "Vorerhebungen", teilte die Justizbehörde mit. Ob es tatsächlich zu einer Anklageerhebung kommt, werde sich erst in Wochen zeigen. Zur Unglücksursache konnte Polizeimajor Lang noch keine genauen Angaben machen. "Höchstwahrscheinlich war es ein Schwelbrand" im hinteren Teil der Bergbahn.

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