Welt : Tupolew-Absturz: Russland gedenkt der Opfer

Mit einem Tag landesweiter Trauer hat Russland am Donnerstag der 145 Opfer des Flugzeugabsturzes in Sibirien gedacht. Nach Angaben der örtlichen Flugsicherung hatte die Maschine in 850 Metern Höhe aus bislang unbekannten Gründen einen Halbkreis geflogen und war dann abgestürzt. Nach bisherigen offiziellen Erkenntnissen führte ein gleichzeitiger Ausfall aller drei Triebwerke zu dem Absturz. Grund dafür ist möglicherweise eine Fehlkalkulation der benötigten Spritmenge. Die zuständigen Fluglotsen wurden gefeuert. Ermittlern zufolge werden konkrete Hinweise auf die Unglücksursache erst in der kommenden Woche erwartet.

Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, wurden die Angehörigen vor Ort von Medizinern und Psychologen betreut. Am Morgen traf den Angaben zufolge eine Chartermaschine mit 120 Angehörigen aus Jekaterinburg ein, wo die Unglücksmaschine am Dienstagabend gestartet war. Eine Psychologin sagte, viele Familienmitglieder hätten den Verlust ihrer Angehörigen noch nicht realisiert. Andere dagegen ständen unter Schock. Bis Donnerstagmittag wurden 15 der Todesopfer identifiziert. Die ersten beiden sollen bereits am Freitag beigesetzt werden.

Flugzeuge dieses Typs sind vor allem bei Fluglinien der ehemaligen Sowjetrepubliken sowie in China und Kuba im Einsatz.

Russische Behörden haben einen Terroranschlag als Unglücksursache ausgeschlossen. Auch ein Feuer an Bord der Maschine könne den Absturz nicht verursacht haben, berichtete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf die Ermittlungsbehörden. Unterdessen wurden die zwei Flugschreiber zur weiteren Analyse nach Moskau gebracht. Beim letzten Funkkontakt mit der Bodenkontrolle vier Minuten vor dem Absturz habe es keine Hinweise auf Probleme gegeben, sagte ein Sprecher der regionalen Flugbehörde. Die Maschine war auf dem Weg von Jekatarinburg im Ural nach Wladiwostok an der Pazifikküste. Das Flugzeug hätte in Irkutsk tanken sollen.

Präsident Wladimir Putin hat für Donnerstag Staatstrauer ausgerufen. In ganz Russland wehten die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Unterhaltungssendungen wurden unterbrochen. Nach Angaben der Behörden befanden sich 136 Passagiere, darunter sechs Kinder, sowie neun Besatzungsmitglieder an Bord.

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