Welt : Turmspringen total

Schauspieler verletzt, Raab-Show findet statt.

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Das „TV total Turmspringen 2012“ findet am 24. November im Programm von Pro 7 statt. Das gab der Privatsender am Freitag bekannt. Das Ereignis war fraglich geworden, nachdem sich einer der Teilnehmer, der RTL-Soap-Schauspieler Stephen Dürr, beim Training in Berlin am vergangenen Mittwoch schwer verletzt hatte. Der 38-Jährige hatte bereits 50 Sprünge absolviert und war dann bei einem weiteren Versuch, die „Abfaller“-Figur vom Drei-Meter-Brett unter Anleitung eines professionellen Trainers des Deutschen Schwimm-Verbandes zu verbessern, unglücklich mit der Stirn auf die Wasseroberfläche geprallt. Sein Kopf sei daraufhin in den Nacken gerissen worden. Der Schauspieler zeigte nach dem Unfall in einer Berliner Schwimmhalle Lähmungserscheinungen. Mittlerweile befindet er sich auf dem Weg der Besserung. Dürr wird am „TV total Turmspringen“ in einer Woche nicht teilnehmen können.

Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als würde der verunglückte Sprung ähnliche Konsequenzen haben wie der Unfall von Samuel Koch in der ZDF-Show „Wetten, dass..?“. Der Wettkandidat war im Dezember 2010 beim Sprung über mehrere Autos so unglücklich aufgeprallt, dass er seitdem querschnittgelähmt ist. Moderator Thomas Gottschalk verabschiedete sich daraufhin, nach 23 Jahren, von der ZDF-Show. Markus Lanz übernahm im Oktober 2012.

Pro-7-Entertainer Raab, 46, hat sein „TV total Turmspringen“ schon sieben Mal seit 2004 ins Fernsehen gebracht. Die Regeln sind einfach: Prominente müssen vom Turm ins Wasser springen und dabei gute Noten erzielen. Beim Sprungfest des Privatsenders stürzen sich mehr oder weniger prominente Menschen aus bis zu zehn Metern in die Tiefe. Am 24. November treten unter anderem Sängerin Fernanda Brandao, Moderatorin Annica Hansen, Schauspieler Tom Beck und Moderator Sebastian Deyle an. Turner Fabian Hambüchen muss dabei seinen Titel vertreten. Stefan Raab und Elton wollen mit einem Synchronsprung aufs Treppchen. Einmal ist der Wettbewerb schon ausgefallen. Im November 2005 sprang Stefan Raab aus 16 Meter Höhe von der Deckenhalle der Schwimmhalle in Berlin und brach sich beim Aufprall auf das Wasser das Steißbein. Das „TV total Turmspringen 2006“ musste deswegen entfallen. Sonst blieb es stets bei kleineren Blessuren.

Zahlreiche Raab-Formate integrieren körperliches Risiko mit ins Konzept, ob bei der „Wok-WM“, bei der „Stock Car Crash Challenge“ oder bei „Schlag den Raab“. Die Teilnehmer wie auch Raab selbst erleiden Prellungen, Brüche, Fleischwunden, Augenlider reißen und Achillessehnen. No pain, no gain, die Raab-Herausforderungen wollen ihr Publikum mit körperlichem Einsatz überzeugen und begeistern. Alles andere ist Weichei-TV.

Der Pro-7-Star Raab kann aber mehr als Akrobatik und Circensisches. Am vergangenen Sonntag versuchte er sich mit „Absolute Mehrheit“ am politischen Talk, diese Woche wurde bekannt, dass der gebürtige Kölner für Anfang 2013 eine Karnevalssitzung plant. Was auch immer, wie und warum auch immer: Raab fürchtet nur eines – ein gelangweiltes Publikum. Joachim Huber

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