Überschwemmungen : Tausende Touristen in Thailand gestrandet

Im Süden Thailands stecken tausende ausländische Touristen fest. Die Regierung setzt Hubschrauberträger zur Bergung ein.

Sascha Zastiral

Nach anhaltenden Überschwemmungen können allein 13 000 Urlauber auf der Insel Koh Samui im Golf von Thailand wegen des Ausfalls von Fähr- und Flugverbindungen ihren Urlaubsort nicht verlassen, wie der Leiter des örtlichen Touristenbüros, Bannasat Ruangjan, sagte. Nach Angaben des thailändischen Innenministeriums saßen 1 225 Touristen auf der Insel Koh Tao und 1 100 auf der Insel Phangan fest. Betroffen waren außerdem rund hundert Urlauber auf den Inseln Similan und Surin im Andamanischen Meer.

Am Montag und Dienstag waren sämtliche Flüge nach Koh Samui gestrichen worden, weil der örtliche Flughafen von einem Stromausfall betroffen war. Am Mittwoch wurden die Flüge wieder teilweise aufgenommen.

Vize-Regierungschef Suthep Thaugsuban sagte, die Regierung habe ihren einzigen Hubschrauberträger eingesetzt, um 1 000 Menschen auf der Insel Koh Tao vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Thailands Marine musste wegen hoher Wellen den Versuch abbrechen, gestrandete Touristen von mehreren kleineren Inseln entlang der Westküste des Landes zu bergen. Auf Koh Samui sind die Küstenregionen und eine Hauptverkehrsstraße überschwemmt. Die dortigen Behörden haben angefangen, Menschen zu höher gelegenen Tempeln zu bringen.

Die Behörden erklärten 80 Bezirke zu Katastrophengebieten. Von den Überschwemmungen betroffen seien „etwa eine Million Menschen in mehreren Provinzen“, sagte Suthep. „Anfangs dachten wir, die Überschwemmungen würden ein oder zwei Tage dauern, aber jetzt ist es schon eine Woche.“ Und noch gibt es keinen Anlass für eine Entwarnung: Weitere schwere Sturmtiefs bewegen sich auf den Süden Thailands und den Norden Malaysias zu. Laut Bannasat Ruangjan vom Touristenbüro auf Koh Samui könnte es zu Lebensmittelengpässen und Treibstoffknappheit kommen.

In der Provinz Nakhon Si Thammarat an der südlichen Ostküste haben bis zu vier Meter hohe Wellen mehrere Fischerdörfer schwer getroffen und viele Fischerboote beschädigt. Tausende Bewohner der Küstenregion wurden weggebracht. Besondern kritisch ist die Lage im Landesinneren. Dort haben schwere Erdrutsche mehrere Menschen getötet. Aufnahmen lokaler Fernsehsender zeigen, wie sich in der Provinz Krabi meterhohe schlammige Wassermassen durch mehrere Dörfer schieben. Ein Anwohner eines der überfluteten Dörfer beschrieb am Telefon, wie nach Mitternacht plötzlich das Wasser schnell anstieg und bereits nach wenigen Minuten mehrere Häuser zerstörte. Rettungsteams seien dabei, in den übrigen Häusern nach Überlebenden zu suchen. Wichtige Schnellstraßen stehen ebenfalls unter Wasser, was Hilfsmaßnahmen zusätzlich erschwert. Zunächst herrschte große Sorge, dass durch den Regen ein Staudamm in der Region geborsten sein könnte. Am Morgen stellte sich jedoch heraus, dass der Damm intakt ist, die Behörden jedoch große Mengen Wasser ablassen mussten, um Schlimmeres zu verhindern, was vermutlich die Überflutungen verschärft hat.

Thailands Regierung befürchtet, dass die Fluten weitaus schlimmer ausfallen könnten als im Jahr 1988, als schon einmal große Teile des Südens unter Wasser standen. Damals waren 384 Menschen ums Leben gekommen. mit AFP

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