• Umfragen: Host Opaschowski und Allianz: Deutsche gehen voller Optimismus ins Jahr 2014

Umfragen : Host Opaschowski und Allianz: Deutsche gehen voller Optimismus ins Jahr 2014

2014 wird ein gutes Jahr - davon sind die Deutschen überzeugt. Das ergeben die Zahlen aus zwei Umfragen, die der Zukunftsforscher Horst Opaschowski und die Allianz vorstellten.

Einfach glücklich sein.
Einfach glücklich sein.Foto: dpa

Die Deutschen sehen dem Jahr 2014 nach Einschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski voller Optimismus entgegen. „Die Bevölkerung ist in Hochstimmung“, sagte er. Auch wenn die Zeiten weltweit noch so unsicher seien, in Deutschland dominierten die vier „Wohlstands-F“: Familie, Freunde, Freiheit und Frieden. „Sie geben den Bundesbürgern das Gefühl, in einer Bestzeit zu leben.“ Vor allem Jugendliche hätten Pläne für ihre persönliche Zukunft, obwohl sie fast nichts als Dauerkrise kennen, erklärte der Professor.
60 Prozent der befragten 14- bis 17-Jährigen gaben an, hoffnungsvoll auf das neue Jahr zu blicken. „No Future“ wie in den 80er und 90er Jahren sei für sie zum Fremdwort geworden. Dazu trage wohl auch die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit seit Jahren bei.
Die guten wirtschaftlichen Aussichten stimmen die Bevölkerung nach Ansicht von Opaschowski positiv. 44 Prozent der Bundesbürger erwarten das kommende Jahr „mit großer Zuversicht und Optimismus“ (2011: 36 Prozent; 2012: 41 Prozent). Die Zahl der Menschen, die das nächste Jahr mit großer Skepsis und gemischten Gefühlen erwarten, hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte reduziert - diese Antwort gaben diesmal nur 24 Prozent, 2012 waren es noch 41 Prozent. „Das ist ungewöhlich“, erklärte Opaschowski.
Die Prognosen des Gesellschaftsforschers beruhen auf repräsentativen Umfragen des von ihm beauftragten Hamburger IPSOS-Instituts. Auskunft gaben im Dezember 2011, 2012 und 2013 jeweils 1000 Menschen ab 14 Jahren.
Der Erhebung zufolge will mehr als die Hälfte der unter 34-Jährigen mithelfen, eine bessere Gesellschaft zu schaffen. „Sie vertraut dabei auf die Kontakte und das Zusammenleben mit Freunden und sozialen Netzwerken“, sagte Opaschowski. „Das soll der soziale Kitt für eine bessere Gesellschaft sein.“

Die Allianz-Zuversichtsstudie ergibt ebenfalls einen Zuwachs

Die Allianz-Zuversichtsstudie ergab: Im vierten Quartal 2013 sehen bundesweit 38 Prozent der Bevölkerung der Gesamtsituation in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten „mit Zuversicht“ oder gar „mit großer Zuversicht“ entgegen. Mit diesem Ergebnis liegt der Wert für Deutschlands Zukunft derzeit fünf Prozentpunkte höher als zum Jahresende 2012. Auch die Stimmung für das persönliche Leben ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen (plus vier Prozentpunkte): Derzeit empfinden zwei von drei Menschen in Deutschland Zuversicht beim Gedanken daran, was die Zukunft für sie bringen könnte. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der seit 2007 monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.



Wirtschaftslage und Sicherheit der Arbeitsplätze beflügeln die Stimmung


Am stärksten gestiegen ist nach diesen Angaben die Zuversicht für die allgemeine Wirtschaftslage Deutschlands im kommenden Jahr. Sie liegt acht Prozentpunkte höher als zum Jahresende 2012. Einen ähnlichen Zuwachs hat auch der Stimmungswert für die Sicherheit der Arbeitsplätze erfahren (plus fünf Prozentpunkte): Die zukünftige Situation am Arbeitsmarkt stimmt 29 Prozent der Menschen in Deutschland derzeit optimistisch.
„Im Laufe des Jahres hat die Konjunktur in Deutschland allmählich an Schwung gewonnen“, sagt Dr. Michael Heise, Chefökonom der Allianz. „Positive Impulse wie die Belebung der Weltwirtschaft und erste Stabilisierungstendenzen im Euroraum führen zu einer spürbaren Belebung des Exports. Das sichert Arbeitsplätze. Seit vielen Jahren war die Beschäftigungsquote nicht mehr so hoch wie zum Jahresende 2013. Das stimmt die Bundesbürger zuversichtlich für das neue Jahr.“
Ganz anders dagegen ist es um die gefühlte Lage der Nation beim Gedanken an den Umwelt- und Klimaschutz bestellt: Hier zeigt das Stimmungsbarometer im vierten Quartal 2013 deutlich nach unten. Lediglich 28 Prozent der Bundesbürger sind zuversichtlich, dass sich bei diesem Thema das Jahr 2014 positiv entwickeln wird.
„Die großen Erwartungen an die Energiewende haben sich bislang nicht erfüllt“, sagt Prof. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. „Der Ausbau von Wind- und Sonnen-energie stockt. Die Stromüberlandleitungen kommen auch nicht voran. Gleichzeitig wachsen die Strompreise für die Verbraucher in den Himmel. Diese Situation schürt die Enttäuschung der Menschen und dämpft die Zuversicht, dass sich in den kommenden Monaten die Lage rund um Klima- und Umweltschutz erkennbar bessern wird.“
Schlusslichter bei der Zuversicht sind nach wie vor die gesetzlichen Sicherungssysteme: Für die Zukunft der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung sind 25 Prozent der Bürger optimistisch (minus ein Prozentpunkt), für die gesetzliche Rentenversicherung lediglich 16 Prozent (plus ein Prozentpunkt).

Zwei Drittel der Bevölkerung sehen ihre persönliche Lage 2014 optimistisch

Die Mehrheit der Bundesbürger schätzt das Jahr 2014 zuversichtlich ein, wenn es um persönliche Belange geht: 66 Prozent der Menschen sind guter Dinge für ihr Leben in den kommenden zwölf Monaten. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Das eigene Zuhause (81 Prozent) und das familiäre Umfeld (74 Prozent) bilden dabei die gewichtigsten Anker für die persönliche Zuversicht. Insbesondere Familie, Partnerschaft und Kinder stimmen optimistischer als noch vor einem Jahr (plus fünf Prozentpunkte).
„Der Ausbau von Kita-Plätzen, für den der Bund über fünf Milliarden Euro zur Ver-fügung gestellt hat, lässt viele Familien auf Entlastung bei der Kinderbetreuung hof-fen“, sagt Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. „Zudem rückt in der Weihnachtszeit die Familie als Hort der Zuversicht noch stärker in den Mittelpunkt.“
Für Stabilität sorgt die Einschätzung des künftigen persönlichen Budgets: Der Blick ins eigene Portemonnaie stimmt mehr als die Hälfte der Bevölkerung zuversichtlich (58 Prozent). Die finanzielle Versorgung bei Krankheit und Pflege sehen 43 Prozent mit Zuversicht und für ihre finanzielle Versorgung im Alter sind 39 Prozent der Menschen optimistisch. (dpa/Tsp)

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