• Unglück bei Überfahrt von Libyen nach Italien: 29 Flüchtlinge erfrieren vor Lampedusa

Unglück bei Überfahrt von Libyen nach Italien : 29 Flüchtlinge erfrieren vor Lampedusa

Erneut sind auf dem Mittelmeer bei der Überfahrt von Libyen nach Italien Menschen ums Leben gekommen. 29 Flüchtlinge starben vor Lampedusa an Unterkühlung. Trotz extremer Wetterbedingungen waren 100 Menschen auf dem kaum seetüchtigen Boot.

Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.
Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.Foto: picture alliance

Bei extremen Wetterbedingungen sind vor der italienischen Insel Lampedusa mindestens 29 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Sie starben während der Überfahrt von Libyen nach Italien in einem kaum seetüchtigen Boot an Unterkühlung, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die italienische Küstenwache, die den Migranten trotz starker Winde und hoher Wellen zur Hilfe eilte, kritisierte Montag, dass die Schlepper trotz schlechten Wetters Flüchtlinge losschickten.

Nach Angaben der Küstenwache geriet das Boot mit mehr als 100 Menschen an Bord in der Nacht zum Montag in Seenot und setzte einen Notruf ab. Zwei Motorboote der Küstenwache eilten den Menschen zur Hilfe und brachten die Flüchtlinge in Sicherheit. Für 29 von ihnen kam jede Hilfe zu spät, sie starben an Unterkühlung.

„Unsere Leute sind am Ende, sie kämpfen gegen mehr als neun Meter hohe Wellen“, sagte der Sprecher der Küstenwache, Filippo Marini, der Ansa. „Bei solchen Bedingungen zu agieren, ist fast unmöglich. Dass einige Menschen gerettet werden konnten, grenzt an ein Wunder.“ Die Einsatzkräfte riskierten auf dem Meer ihr eigenes Leben.

Kritik an EU Mission "Triton"

Sanitäter Pietro Bartolo sagte der Zeitung „La Repubblica“: „Es ist schrecklich, es sind viele junge Menschen dabei. Sie sind komplett nass, sie sind alle erfroren.“ Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, sagte der Nachrichtenagentur Adnkronos: „Die 366 Toten von Lampedusa haben nicht geholfen, die Worte des Papstes haben nicht geholfen, wir sind wieder da, wo wir vor Mare Nostrum waren. Das ist die Realität.“ Nach zwei Schiffsunglücken mit mehr als 350 Toten vor Lampedusa im Oktober 2013 hatte Italien die Rettungsmission „Mare Nostrum“ ins Leben gerufen, die in den folgenden Monaten Tausende Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Sicherheit brachte. Diese war vergangenes Jahr von der EU-Mission „Triton“ abgelöst worden. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) kritisierte das Programm am Montag erneut als unzureichend. Immer wieder kommt es bei der Überfahrt von Afrika nach Europa zu Unglücken. (dpa)

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