Unter HEIMWERKERN : Vier Kalksandsteine und ein Brett

Gerade eben erst ist Antonia Schiller, 26, mit ihrem Freund zusammengezogen, und ausgerechnet jetzt hat er sich die Hand gebrochen.

Protokoll: Katja Reimann

Gerade eben erst sind wir zusammengezogen, und ausgerechnet jetzt hat sich mein Freund die Hand gebrochen. Unsere Küche sieht deshalb noch aus wie eine Baustelle, wir müssen eine Arbeitsplatte zuschneiden, eine Leiste befestigen – und jetzt könnte ich eigentlich auch ganz gut Hilfe gebrauchen beim Tragen dieser vier furchtbar schweren Kalksandsteine, die ich eben gekauft habe. Zwei davon passen zum Glück in meinen Rucksack, die anderen zwei stecke ich in eine Tragetasche. Die ist allerdings aus Plastik, und ich hoffe, dass sie das aushält und nicht reißt. Es wäre zwar nicht schade darum – sie war ein Werbegeschenk –, aber wo sollte ich die Steine sonst hinpacken? Also: Eine U-Bahnstation und vier Stockwerke hoch muss die Tasche durchhalten.

Zu den Steinen habe ich ein weißes Regalbrett gekauft. Es ist nicht schwer zu erraten, was ich damit vorhabe: Ich will ein kleines Regal bauen. Die vier Steine werde ich auf den Boden legen, das Brett dann oben drauf. Das alles soll in unsere Speisekammer in der Küche passen, auf das Regal setze ich anschließend eine Gefrierbox. Ich hoffe, das funktioniert. Eigentlich bin ich eine ziemliche Handwerkerniete, aber da mein Freund eben kaum helfen kann, muss ich zwangsläufig einiges selber machen. Auch Löcher bohren und Regale befestigen; dabei hilft er mir, so gut er kann. Allerdings haben wir nun ein paar Löcher gebohrt, bei denen ich inständig hoffe, dass die Regalbretter an der Wand halten werden. Eigentlich rechne ich in jeder Nacht damit, dass es einen Knall gibt und irgendetwas herunterfällt.

Dieses Regal heute aufzubauen, war eher eine spontane Idee. Im Moment habe ich noch viel Zeit. Ich habe Pharmazie studiert und beginne Anfang Oktober mein Praktisches Jahr in einer Apotheke.

Das Problem ist: Ich besitze zwar einen Kühlschrank, aber der hat kein Gefrierfach. Deshalb brauchte ich diese Box. Die habe ich neu gekauft, und ich glaube, es wäre nicht gut, wenn sie einfach so ohne Untersatz auf dem Boden stünde. Wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen, einen neuen Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach zu kaufen, aber mein Kühlschrank war ein Geschenk – und verkaufen will ich ihn nicht.

Ein Gefrierfach hat mir immer gefehlt, obwohl ich ehrlich gesagt gar nicht viel esse, was darin gelagert werden müsste. Bis auf Eiskrem, eher sahnig als fruchtig. Davon esse ich wirklich gerne und viel. Kein Eis am Stil, sondern richtiges, aus der Packung. Und eine ganze Packung kann man nun mal schlecht auf einmal aufessen, da ist eine Gefrierbox zum Lagern wirklich praktisch. Protokoll: Katja Reimann

„Unter Heimwerkern“ erscheint im Wechsel mit der Kolumne „Der Garten“.

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