Untersuchung : Tödlicher Sturz von Gorch Fock war Unglück

23.01.2009 11:33 Uhr
Gorch Fock Foto: dpa
Offiziersanwärterin Jenny Böken am Ruder der Gorch Fock (Archivbild von 2008). - Foto: dpa

Der tödliche Sturz einer jungen Offiziersanwärterin von Bord des Segelschulschiffs "Gorch Fock" war nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft weder Mord, noch Selbstmord, sondern ein tragisches Unglück. Die genauen Umstände bleiben jedoch weiter unklar.

Kiel Nach monatelangen Untersuchungen schloss die Behörde am Freitag eine Straftat ebenso aus wie einen Suizid. Im Dunkeln blieben aber die genauen Umstände: "Die Ursache für den Todesfall konnte nicht abschließend geklärt werden", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Die 18 Jahre alte Offiziersanwärterin Jenny Böken aus Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen war in der Nacht zum 4. September vor Norderney während ihrer Wache von Bord des Schiffes in die Nordsee gestürzt.

Erst elf Tage später entdeckte die Besatzung eines Fischereiforschungsschiffs ihre Leiche 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland.

Zuvor hatten Rettungsboote, Flugzeuge und Hubschrauber vergeblich nach der Soldatin gesucht. Rund 600 Menschen nahmen bei einer bewegenden Trauerfeier in Geilenkirchen-Teveren Abschied von der jungen Frau, deren Tod die Besatzung der "Gorch Fock" tief erschüttert hatte. Da die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten fand, leitete sie auch kein Ermittlungsverfahren ein.

Staatsanwalt: Keinerlei Fehlverhalten

Es war gutes Wetter, als die Offiziersanwärterin am 3. September eine Viertelstunde vor Mitternacht 15 Kilometer nördlich von Norderney über Bord ging und in der Nordsee ertrank. Sie trug laut Staatsanwaltschaft keine "Sicherungs- und Rettungsmittel", musste dies angesichts der Bedingungen aber auch nicht. Deshalb könne den Vorgesetzten an Bord auch kein fahrlässiges Handeln vorgeworfen werden, gab die Staatsanwaltschaft an. Nur bei schwerer See hätten sich die Kadetten sichern müssen. (küs/dpa)

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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