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US-Männermagazin : "Playboy"-Gründer Hugh Hefner ist tot

Sein freizügiges Magazin mit dem "Centerfold" war der Gegenentwurf zum prüden Amerika und schob die sexuelle Revolution an. Nun ist Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren gestorben.

Playboy-Gründer Hugh Hefner (1926 - 2017)
Playboy-Gründer Hugh Hefner (1926 - 2017)Foto: Reuters/Michaela Rehle

"Playboy"-Gründer Hugh Hefner ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte das US-Männermagazin in der Nacht zum Donnerstag per Twitter mit. Der als Frauenschwarm geltende Hefner war für sein ausschweifendes und freizügiges Leben bekannt. Er selbst zeigte sich gern im seidenen Morgenmantel. Legendär waren die Partys in seiner Villa.

Hefner "starb friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus 'The Playboy Mansion' im Kreis geliebter Menschen", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens Playboy Enterprise.

Der "Playboy" verkündete den Tod Hefners, einer "amerikanischen Ikone", begleitet von einem seiner berühmten Zitate. "Das Leben ist zu kurz, um den Traum eines anderen zu leben."


Hefner gründete den "Playboy" 1953. Die Titelseite der ersten Ausgabe zierte ein freizügiges Foto von Marilyn Monroe - eine Entscheidung, die Hefner auch im Rückblick als "gute Wahl" bezeichnete. Eine besondere Geschäftsidee von Hefner war das aufklappbare Pin-Up-Foto vom "Playmate des Monats" in der Mitte des Heftes im idealen Format für Spinde etwa von Soldaten.

In der ersten "Playboy"-Ausgabe hieß es: "Wenn Sie ein Mann sind, der Entertainment mit einer Spur Humor, gehobenem Anspruch und Würze mag, dann ist der Playboy für Sie bestimmt."

Die Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit dem anderen Geschlecht veränderte in den kommenden Jahrzehnten für immer die Wahrnehmung der damals prüden US-amerikanischen Gesellschaft.

Die Kellnerinnen in den "Playboy Clubs" traten im Kaninchenkostüm als "Bunny" auf. Hefners Verkaufsstrategie, die Frauen zu Sexobjekten machte, stieß erwartungsgemäß auch auf heftige Kritik.

Hugh Hefner auf einem undatierten Foto umgeben von "Bunny Girls" in einem Londoner "Playboy Club"
Hugh Hefner auf einem undatierten Foto umgeben von "Bunny Girls" in einem Londoner "Playboy Club"Foto: dpa/PA/Str

"Bunny überwindet Nacktheit"

Der ursprünglich aus Chicago stammende Hefner schaffte zugleich ein Imperium, dessen Wert heute auf 500 Millionen Dollar (425 Mio Euro) geschätzt wird. Die Marke mit den stilisierten Hasen gilt als eine der bekanntesten Amerikas.

In den vergangenen Jahren änderte das Unternehmen seine Ausrichtung im Erotikgeschäft: Um auch auf Twitter und Facebook aktiv sein zu können, gestalteten die Macher die US-Webseite in den vergangenen Jahren jugendfreier. Auch im US-Heft sind seit vergangenem Jahr keine nackten Frauen mehr zu sehen. "Die Zeiten ändern sich", hieß es vonseiten der amerikanischen Redaktion. "Das Bunny überwindet die Nacktheit."

Kurz nach der Todesnachricht meldeten sich erste Prominente per Twitter und betrauerten Hefner.

Reality-Star Kim Kardashian, die selbst für den "Playboy" fotografiert wurde, erklärte: "Ruhe in Frieden, legendärer Hugh Hefner. Es war eine Ehre für mich, dass ich Teil des Playboy-Teams sein durfte. Du wirst sehr vermisst werden! Liebe dich Hef!"

In einem weiteren Tweet teilte sie mit, dass sie gerade mit Glamourgirl Paris Hilton in Erinnerungen an die Partys in der "Playboy Mansion" schwelge. Hilton würdigte Hefner in ihrer eigenen Nachricht als "Legende, Innovator und Unikat". Dazu postete sie Fotos von sich und Hefner.

Talkmaster Larry King schrieb auf Twitter, Hefner sei ein Gigant im Verlagswesen und Journalismus gewesen. Er habe sich zudem für Bürgerrechte und Redefreiheit eingesetzt.

US-Bürgerrechtler Jesse Jackson würdigte Hefners als einen "starken Anhänger" der Bürgerrechtsbewegung. "Wir werden ihn nie vergessen", schrieb Jackson.

(mit dpa)

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