USA : Hunderttausende nach Eissturm ohne Strom

Ausnahmezustand im Nordosten der USA: Nach einem Eissturm in mehreren Bundesstaaten ist in mehr als einer Million Haushalten und Geschäften der Strom ausgefallen.

New York - Im Nordosten der USA ist nach einem Eissturm in mehreren Bundesstaaten in mehr als einer Million Haushalten und Geschäften der Strom ausgefallen. Ein Sprecher des Energieunternehmens Northeast Utilities erklärte am Freitag (Ortszeit), der gesamte Nordosten der USA sei betroffen. In Maine wurden deswegen alle Regierungsgebäude geschlossen, die Regierungen der Bundesstaaten New Hampshire und Massachusetts verhängten den Ausnahmezustand.

Durch gefrorenen Regen hätten die beschwerten Äste Stromkabel zerfetzt, sagte der Sprecher des Energiekonzerns Northeast Utilities. In New Hampshire waren 200 000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Gouverneur John Lynch erklärte den Ausnahmezustand. Er rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf, es sei mit weiteren Regenfällen sowie fallenden Temperaturen zu rechnen. In New Hampshire starb ein 49-Jähriger an einer Kohlenmonoxidvergiftung, als er seinen Wohnwagen mit Hilfe eines Generators beheizen wollte, wie der US-Sender CNN am Samstag berichtete.

Wie der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, sagte, richtete der Sturm Schäden in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar an. Nachdem er den Notstand erklärt hatte, konnte er 500 Angehörige der Nationalgarde zu Hilfsleistungen verpflichten. Der Zeitung „The Boston Globe“ sagte Patrick, er rechne nicht damit, dass alle Teile der betroffenen Region vor Montag mit Strom versorgt würden. In dem Bundesstaat waren nach den Angaben des Gouverneurs 350 000 Haushalte ohne Strom. „Das ist ein heftiger Sturm“, sagte ein Sprecher des Versorgers Central Hudson Gas&Electric dem Sender CNN. „Wir haben in den vergangenen Jahren schon einige erlebt, aber dieser gehört zu den schlimmsten.“

Auch im Staat New York und in Connecticut waren zahlreiche Menschen ohne Elektrizität. Im Staat New York sei die Stromversorgung von 300 000 Menschen unterbrochen, sagte Gouverneur David Paterson. Die Störungen dauerten möglicherweise mehrere Tage an.

Die Behörden warnten davor, sich herabgerissenen Stromleitungen zu nähern. Für den motorisierten Verkehr sei aufgrund ausgefallener Ampeln Vorsicht angesagt. Die Region im Nordosten der USA lag unter einer mehr als zwei Zentimeter dicken Eisschicht, die insbesondere Autofahrern zu schaffen machte. Zahlreiche Bahnverbindungen waren im Nordosten den Angaben zufolge am Freitag zeitweise unterbrochen, weil Äste auf die Gleise gefallen waren. AFP/dpa

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