Welt : Vermisste Mädchen: Das tote Kind im Wald

Die vermisste kleine Julia aus Mittelhessen ist möglicherweise Opfer eines Verbrechens geworden. Fünf Tage nach dem Verschwinden des acht Jahre alten Mädchens fand die Polizei an einem Waldrand im hessischen Niddatal eine Mädchenleiche, die das Alter und die Haarfarbe der Vermissten hat. Das Kind sei an starken Verletzungen am Kopf gestorben, hieß es. Der Täter könnte sich beim Anzünden der Leiche Brandverletzungen zugezogen haben.

Ob es sich bei dem Opfer tatsächlich um Julia handelt, kann erst mit einer DNA-Analyse einwandfrei geklärt werden. Das Ergebnis wird wahrscheinlich nach 11 Uhr am Donnerstag mitgeteilt. Der Fundort der Leiche in Niddatal liegt rund 60 Kilometer von Biebertal entfernt - dort wurde Julia am vergangenen Freitag zum letzten Mal gesehen.

Ein Fahrradfahrer hatte die Polizei zu dem Waldstück geführt, die Leiche wurde dann beim Löschen eines brennenden Holzstapels gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sich der oder die Täter beim Anzünden des Holzstapels Brandverletzungen zugezogen haben. Beim Anstecken seien vermutlich größere Mengen Brandbeschleuniger wie Benzin benutzt worden.

Es könne "nicht ausgeschlossen" werden, dass es Julia sei, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner. Bei der Kinderleiche handelt es sich um ein sieben bis neun Jahre altes Mädchen, das wie Julia blonde Haare hat, wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach der Obduktion mitteilten. Einige Stunden vor dieser Mitteilung hatte die Polizei zunächst erklärt, nach ersten Erkenntnissen der Gerichtsmedizin handele es sich um die Leiche eines Mädchens im Alter von drei bis vier Jahren. Das Mädchen war zum letzten Mal am vergangenen Freitag auf einem Spielplatz in Biebertal bei Gießen gesehen worden. Die Suche nach Julia war am Dienstag nach vier Tagen ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Bei der Suche nach Adelina (10) aus Bremen hat sich eine wichtige Frage geklärt: Der Vater des Mädchens wurde in Sibirien ausfindig gemacht. Er konnte glaubhaft versichern, dass er nie in Deutschland war. Spekulationen über eine Entführung sind damit ausgeräumt. Das Mädchen ist mittlerweile fast eine Woche verschwunden. Ihr Vater, den russische Behörden in seinem Heimatdorf in Sibirien fanden, habe keine Kontakte mehr zu seiner Tochter oder zu seiner in Bremen lebenden Ex-Frau. Mit Spannung hatte die 30-köpfige Sonderkommission die Ergebnisse aus Russland erwartet. Über das Bundeskriminalamt und Interpol hatte die Bremer Polizei ein Ermittlungsersuchen an Moskau gerichtet. Der Verdacht einer möglichen Entführung durch den Vater erscheint jetzt nach der Antwort als haltlos. Zuvor war bereits klar, dass der Vater in den vergangenen Jahren kein deutsches Visum beantragt hatte. Der Sonderkommission bleiben nunmehr 170 Hinweise aus der Bevölkerung.

Bei der Suche nach der neunjährigen Peggy soll eine bundesweite Plakat-Aktion neue Hinweise liefern. Rund 25000 Plakate im DIN A3- Format werden mit Hilfe der Landeskriminalämter in ganz Deutschland ausgehängt. Fast zwei Monate nach dem Verschwinden des Mädchens aus dem oberfränkischen Lichtenberg gebe es noch immer keine konkrete Spur. Die 75 Mann starke Sonderkommission sei weiter damit beschäftigt, Hinweisen gezielt nachzugehen.

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