Welt : Warum es bisher nur ein Mittel gegen Sars gibt

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So hoch entwickelt unsere moderne Medizin ist – sie hat keine Allzweckwaffe gegen Viren. Bakterien kann man mit Antibiotika bekämpfen, Viren nicht.

Die Lungenkrankheit Sars wird von so genannten Coronaviren verursacht. Die Erreger waren bisher vor allem als harmlose Schnupfenviren bekannt. Sie können vom Tier auf den Menschen „springen“ – wo immer Tier und Mensch eng gedrängt zusammenleben, wie etwa in China, wo Sars herkommt, ist also die Gefahr groß, dass ein neuer Erreger sich schnell verbreitet. Dabei breitet sich Sars zwar nicht so schnell wie ein übliches Grippevirus aus. Andererseits liegt dafür die Todesrate bei Sars mit rund fünf Prozent viel höher.

Bislang besteht der einzige Schutz, den es gegen Sars gibt, nur darin, sich nicht zu infizieren. Das heißt für uns: Risikogebiete vermeiden. Wenn sie sich nicht vermeiden lassen, kann ein Mundschutz die Gefahr, sich anzustecken, verringern.

Noch gibt es kein Medikament gegen Sars. Antibiotika helfen deshalb nicht, weil Viren ganz anders aufgebaut sind als Bakterien. Viren bestehen aus Erbgut mit einer Verpackung. Sie können nicht eigenständig leben und sich vermehren: dazu brauchen sie einen Wirt – zum Beispiel uns. Sie nisten sich in unsere Zellen und nutzen unseren Zellapparat, um sich zu vermehren. Doch auch Viren benötigen für ihre Vermehrung Enzyme. Deshalb kann man Viren beispielsweise mit Stoffen, die diese Enzyme hemmen, bekämpfen.

Für verschiedene Viren gibt es bereits antivirale Mittel, etwa „Ribavirin“, das unter anderem gegen Hepatitis C eingesetzt wird. Gegen Sars scheint das Medikament nicht zu wirken. Es könnte sein, dass sich unter den bereits vorhandenen anti-viralen Mitteln dennoch eins befindet, das gegen Sars wirkt – noch weiß das niemand.

Die effektivste Waffe gegen Viren ist und bleibt ein Impfstoff. Die Entwicklung eines Impfstoffes dauert allerdings, wenn sie überhaupt gelingt, Jahre – auch in den nächsten Wochen und Monaten wird es deshalb wohl kein Mittel gegen Sars geben. Außer eins: Prävention. bas

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