Weltraum-Rückkehr : Reiter fühlte sich im All wie "Fisch im Wasser"

Für den deutschen Astronauten Thomas Reiter sind seine fast sechs Monate im All nach eigenem Bekunden "rasend schnell" vergangen.

Berlin/Hamburg - "Als ich aus der Station in den Shuttle gestiegen bin, dachte ich, es ist doch erst ein paar Tage her, dass ich angekommen bin", sagte er der "Bild am Sonntag". Es sei "sehr kurzweilig dort oben". Er habe sich gefühlt "wie ein Fisch im Wasser".

Gefreut hatte er sich auf das Essen auf der Erde, wie ein Frühstück mit Spiegeleiern, Schinken und Orangensaft. "Das Essen an Bord ist nicht schlecht, aber natürlich kommt nichts frisch zubereitetem Essen gleich", sagte der 48-Jährige der "Welt am Sonntag".

Auf seiner Mission hat er auch die Gitarre seines Sohnes dabei gehabt. Ein großes Konzert könne man da nicht geben, aber am Wochenende habe er sich schon mal das Instrument geschnappt und sei an einen der wenigen ruhigen Orte gegangen. "Da spielt man dann und überschlägt sich dabei. Und kann dabei rausschauen - das ist toll, mit Blick auf die Erde", berichtete Reiter. Zugleich betonte er, er sei sicher, dass es keinen Ort gebe, an dem man näher bei Gott sei.

Familie, Kinder, Freunde und die Natur vermisst

Vermisst habe er am Anfang gar nichts, später dann "Familie, Kinder, Freunde - und die Natur", zitiert ihn die "BamS". Es sei dort oben doch alles hoch technisiert. Der 48-Jährige verbringt nun das Weihnachtsfest mit seiner Familie.

Reiter war am Freitagabend nach 172 Tagen im Weltraum wieder auf die Erde zurückgekehrt. Das Space Shuttle "Discovery", das am 10. Dezember zur internationalen Raumstation ISS gestartet war, landete mit Reiter und sechs weiteren Raumfahrern um 23.32 Uhr deutscher Zeit auf dem Raumfahrtzentrum Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Der deutsche Astronaut war Anfang Juli ins All gestartet. In 350 Kilometern Höhe war er in der ISS für Installation und Wartung verantwortlich und machte wissenschaftliche Experimente. (tso/ddp)

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