Welt : Weltweit Lob für Angelina Jolie

Aber auch Kritik nach Brustamputation.

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Los Angeles/Berlin - Die Entscheidung von Hollywoodstar Angelina Jolie, sich wegen ihres erhöhten Krebsrisikos vorsorglich die Brüste entfernen zu lassen und dies öffentlich zu machen, ist weltweit weitgehend auf positive Reaktionen gestoßen. Gesundheitsexperten, Ärzte und Fans erhofften sich von Jolies aufsehenerregendem Geständnis einen offeneren Umgang mit dem heiklen Thema. Gleichzeitig gibt es kritische Stimmen.

Jolie hatte in der „New York Times“ enthüllt, dass sie sich zu dem Präventiveingriff entschlossen hatte, weil bei ihr aufgrund eines mutierten Gens eine hohe Wahrscheinlichkeit bestand, eines Tages an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Mit der OP habe sie das Brustkrebsrisiko von 87 Prozent auf fünf Prozent gemindert, berichtete die 37-jährige Mutter dreier leiblicher und dreier Adoptivkinder. Gleichzeitig schilderte sie, wie ihre eigene Mutter ein Jahrzehnt lang gegen den Krebs kämpfte und mit schließlich 56 Jahren starb.

Tausende Fans priesen die Offenheit der Schauspielerin, ihr Lebenspartner Brad Pitt nannte die Entscheidung „absolut heroisch“. Andere Stars wie Sheryl Crow und Kylie Minogue, die ebenfalls Krebs hatten, unterstützen Jolies Schritt. Jolies Chirurgin Kristi Funk äußerte die Hoffnung, dass „die Aufmerksamkeit, die sie erregt, unzählige Leben retten wird“.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Christiane Woopen, warnte Frauen davor, Jolies Schritt nun einfach zu imitieren. Die radikale Lösung „muss nicht für jede Frau die richtige sein“, sagte Woopen im Deutschlandradio Kultur. Regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen seien ein anderer Weg, mit erhöhtem Krebsrisiko umzugehen. Es sei zudem ein Irrtum zu glauben, dass „alles, was in den Genen steht, tatsächlich schon ein festgeschriebenes Schicksal“ sei.

Ein Oben-ohne-Bild von Angelina Jolie ist einen Tag nach der Bekanntgabe der Brustamputation für 35500 Euro (30 000 Pfund) in London versteigert worden. Der Verkauf der Aufnahme des Fotografen David LaChapelle war seit langem geplant und hatte nichts mit der Jolies Bekenntnis zu tun. AFP/dpa

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