Welt : Wenn alles nur noch zum Heulen ist

KLAUS ANGERMANN

Es gibt Zeitgenossen, denen man es aber auch nie recht machen kann: Dem einen ist es im Winter zu kalt, dem anderem im Sommer zu warm.Kaum melden sich erste Vorboten des belebenden Frühlings, klagen schon die nächsten.Wo viele Menschen die ersten Sonnenstrahlen für ausgiebige Spaziergänge und Radtouren in der Natur nutzen, bedeutet spätestens das Frühlingserwachen für viele den Startschuß zu einer unerfreulichen Leidenszeit: Niesen, Augentränen und Atembeschwerden, verursacht durch zahlreiche, in der Luft umherschwirrende Gräserpollen.

Gerade die warme Witterung des diesjährigen Winters hat schon früh für ein Erblühen der ersten Polleninvasion gesorgt, derzeit sind heimtückische Erlenpollen aktiv, auch die Pappelblüte hat begonnen.Das Tückische an der frühen Jahreszeit ist die Tatsache, daß viele erstmals Betroffene an eine normale Erkältung glauben und somit die Symptome falsch behandeln.Fast jeder sechste Deutsche hat irgendeine kleine Allergie, etwa jeder zehnte kämpft mit mehr oder weniger heftigen allergischen Reaktionen gegen Gräser- und Baumblüten, die im schlimmsten Fall sogar bis zur Arbeitsunfähigkeit führen können.

Betroffenen bleibt meist nur der Gang zum Arzt.Computerbesitzer mit einem Modem können sich aber auch erste Informationen aus dem Internet holen.Für die wachsende Bevölkerungsgruppe der an Heuschnupfen Erkrankten finden sich unter der Adresse www.allergie-info.de gute einführende Auskünfte zu dieser Krankheit sowie Tips zu Verhaltensweisen.In der Rubrik "Die richtige Diagnose" kann man beispielsweise Fragebögen ausfüllen und ausdrucken, um sich auf den Besuch beim Arzt vorzubereiten.Außerdem kann das Erklären der Vorgehensweise bei der Untersuchung die Angst vor dem Arztbesuch nehmen.Neben wichtigen Adressen und Literaturangaben ist die ständig aktualisierte Pollenflugvorhersage für die einzelnen Bundesländer nützlich.Auf diese Weise weiß der leidgeplagte Allergiker jederzeit, welche Blüte ihm gerade die Laune vermiest.

Für Heuschnupfler stellen Pollenflugkalender und -vorhersage unentbehrliche Ratgeber für eine möglichst beschwerdefreies Zeit dar, denn so kann man sich besser auf vor allergischen Reaktionen schützen."Für Allergiker ist es wichtig, den Zeitpunkt der Blüte vorher zu wissen", verrät die Allergologin Dr.Ingrid Krause von der AOK Berlin.Man sollte schon 14 Tage vor dem Auftreten der Blütezeit mit dem Einnehmen von lokalen Medikamenten beginnen, damit sie auch die gewünschte Wirkung erzielen, so Krause.Zwar kann man den in der Luft umherschwirrenden Pollen kaum aus dem Weg gehen, da allein eine einzige Blüte davon millionenfach produziert.Wer jedoch die gefährlichen Zeitpunkte kennt, kann durch Vorsorgemaßnahmen wie abendliche Kleider- und Körperreinigung sowie geschlossene Schlafzimmerfenster Linderung finden.

Eine übersichtliche und hilfreiche Grafik steht unter www.vva.de/projekte/daab/pflug.htm .Hier kann man sich schlau machen, welche Pollen und Sporen zu welcher Jahreszeit gewöhnlich mit welcher Intensität blühen.Ein Tip: die Karte einfach ausdrucken, so sind die Infos immer griffbereit.Eine weitere Pollenvorhersage mit täglich aktuellen Angaben über Ausmaß der gerade aktiven Pollen und nach Regionen sortiert findet sich unter www.donnerwetter.de .Hier steht außerdem alles rund ums Wetter: Bio-, Straßen- und natürlich auch Reisewetter.

Sollte man sich als Allergiker außerhalb Deutschlands aufhalten, empfiehlt es sich, vor der Reiseplanung in www.cat.at/pollen/index.de.html hineinzuschauen.Die "European Pollen Information" bietet einen europaweiten Pollenflugservice an, der übersichtlich nach Ländern geordnet ist.Neben vielfältigen teilweise englischsprachigen Infos über Allergien gibt es auch Links zu anderen Internet-Adressen in Europa.Eine weitere nützliche Quelle zur Aufklärung ist ebenfalls die englischen FAQ "Allergy and Pollen".Übrigens: Wer vor den Wochen der Pollenbelastung in den Urlaub flüchten möchte, sollte diese Zeit am besten im Hochgebirge oder an der See verbringen, denn dort ist die Pollenbelastung am niedrigsten.

Zunehmend nutzen auch Apotheken und Heilpraktiker die Möglichkeit des Mediums Internet, um Interessierte zu informieren.Ebenso wie die hier vorgestellten Websites können sie letztendlich den spezialisierten Arzt jedoch nicht ersetzen.Nur dort kann anhand von Gesprächen und ausgewählten Tests der Erreger genau herausgefunden und dadurch eine entsprechend wirksame Therapie ausgearbeitet werden.

Weitere Informationen: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.( www.daab.de ), Tel.021 61-18 30 24; Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Tel.02 28-367 91-0; Allergie-Hotline des Virchow-Klinikums Tel.030-45 06 64 17

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