Welt : Wer knackt den Jackpot? Auch die europäischen Nachbarn wetten mit

Kathrin Schich

So viel Geld war in Deutschland noch nie in einem Jackpot: Rund 25 Millionen bekommt heute Abend, wer im Spiel 6 aus 49 als einziger nicht nur alle sechs Gewinnzahlen richtig, sondern auch die passende Superzahl auf seinem Lottoschein hat (Gewinnklasse 1). Die Chancen für so einen Erfolg liegen aber nur bei eins zu 140 Millionen, rechnet Volker Schulze, Professor für Mathematik an der Freien Universität Berlin, vor. Doch viele Deutsche hat das Spielfieber gepackt. Selbst aus dem Ausland haben sich Interessierte gemeldet, die ihr Glück versuchen wollen, allen voran Schweizer, Österreicher und Polen nahe der Grenze. Kein Problem. Wer hier keinen festen Wohnsitz hat, kann seinen Schein trotzdem in einer der Lottostellen abgeben. Hier lebende Ausländer dürfen ihre Tipps sogar wie Deutsche über das Internet abgeben. Seit dem Start des Lotto-Spiels 1955 sind in Deutschland mehr als 380 Spieler zu Millionären geworden. Der bisher höchste Jackpot lag 1994 bei 21,6 Millionen Euro, die sich vier Personen teilten. Im Januar gewann eine Frau aus Baden-Württemberg den bislang höchsten Einzelgewinn in Deutschland: 20,2 Millionen Euro. Im Ausland sind die Erlöse noch höher: In Italien bekam ein Arbeiter im August letzten Jahres 66 Millionen Euro. Und in den USA knackten nur zwei Monate später zwei Leute den Lotto-Jackpot von 190,9 Millionen Dollar.

Wer seine Tipps noch nicht abgegeben hat, sollte wissen, dass in der deutschen Lotto-Geschichte die Zahl 13 am seltensten, die 38 aber am häufigsten gezogen wurde. Heute sind in der Gewinnklasse 2 (sechs Richtige) immerhin noch 466 000 Euro zu holen, in der Gewinnklasse 3 (fünf Richtige plus Superzahl) 43 700 Euro. Bei fünf Richtigen, Gewinnklasse 4, warten etwa 2700 Euro. Übrigens werden nicht alle Wetteinnahmen an die Gewinner ausgezahlt: Die Lottogesellschaft Brandenburg gibt rund 20 Prozent des Geldes an die Landesregierung für die Unterstützung sozialer Projekte. Ähnlich hoch sind die Beträge, die die Berliner Lotteriegesellschaft an die hauseigene Stiftung überweist, die Projekte in der Hauptstadt fördert.

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