Werbe-Kampagne : Beim "Phubbing" gefoppt

Im August ging ein neues Schimpfwort durch die Medien: Phubbing. Es beschreibt das andauernde Auf's-Smartphone-Glotzen in der Öffentlichkeit. Nun kam raus: Das Wort war ein Werbetrick. Doch der Trend bleibt lebendig.

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Einfach weglächeln: Das Wort "Phubbing" war ein Scherz
Einfach weglächeln: Das Wort "Phubbing" war ein ScherzFoto: AFP

Der Smartphone-Check im Kreise anderer ist "eine Unhöflichkeit, die nur schwer zu bändigen ist", schrieb der Tagesspiegel im August. Und veröffentlichte Internet-Aktionen einiger Mutiger, die dagegen vorgehen; darunter ein Video, dass sich über intensiven Handy-Gebrauch lustig macht und eine Website, die den Begriff "Phubbing" als Synonym der Smartphone-Sünden etablieren wollte. Es kommt von "phone" und "snubbing" - jemanden in der Öffentlichkeit brüskieren, indem man sich lieber mit seinem Telefon als mit dem Gegenüber beschäftigt.

Nun kam raus: Die Website stopphubbing.com ist nicht echt, sondern die geplante Aktion einer Werbeagentur. Zwar hatten wir deren Fakten von vornherein als "nicht ganz ernst" eingestuft, aber natürlich die Seite gerne als Beispiel für den "Phubbing"-Trend präsentiert. Mit uns sind auch Kollegen von sueddeutsche.de, von RTL und verschiedene Nachrichtenagenturen auf den Schwindel reingefallen.

In Wahrheit gehört die Seite zu einem viralen Werbeversuch der Firma McCann Erickson, die zu weltweit führenden Werbeagenturen gehört. In einem Video erklärt die Firma nun, wie sie das Wort erfand und im Netz für Verbreitung sorgte. Die Idee hinter der Aktion war die Bewerbung eines australischen Wörterbuches.

Im Deutschen hat sich "Phubbing" zwar noch nicht als Begriff durchgesetzt - und wird es ob seiner Sperrigkeit wohl auch kaum. Aber im Englischen hat die Werbeagentur, wenn wohl auch unfreiwillig, das Wort tatsächlich in die Wörterbücher und Alltagsgespräche gehoben.

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