Werbinich : .... oder lieber um neun?

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Die vergangene Woche war nicht eben von Langeweile geprägt – bildungspolitisch. Fast täglich gab es ein neues Thema, das die Gemüter erhitzte. Es ging los mit der beabsichtigten Gründung der Elternpartei, dann folgte die Diskussion um die Verschiebung des Schulbeginns auf 9 Uhr und schließlich machte die Weddinger Herbert-Hoover-Schule von sich reden, die per Hausordnung die Schüler verpflichtet, auf dem gesamten Schulgelände deutsch zu sprechen.

Jetzt sind die Eltern am Zuge: Sie können entscheiden, ob die neue Elternpartei tatsächlich über die Gründungsphase hinauskommt und in den Bezirken oder im Abgeordnetenhaus eine Rolle spielen wird. Und sie haben es mit in der Hand, ob es beim morgentlichen 8-Uhr-Klingeln bleibt. Bildungssenator Klaus Böger hat betont, dass er in dieser Frage keine Vorgaben macht: Jede Schulkonferenz soll selbst entscheiden.

In den Gremien könnte es zu spannenden Diskussionen kommen, denn es gibt anscheinend eine Mehrheit in der Stadt, die für einen späteren Schulbeginn ist: Bei der Pro-und Contra-Abstimmung des Tagesspiegels entschieden sich nur rund 20 Prozent der Leser dafür, dass die Schule um 8 Uhr oder früher beginnt. Ähnlich sieht es auf der Homepage der Senatsverwaltung für Bildung aus: Auch dort gibt es eine Umfrage, an der sich bislang rund 6500 Interessierte beteiligten: Nur 31 Prozent stimmten für einen Schulbeginn zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr (www.senbjs.verwalt-berlin.de).

Viele Schulkonferenzen haben zurzeit aber anderes zu tun: Vergleichsarbeiten, Zentralabitur, Mittlerer Schulabschluss und alle anderen Reformen müssen begleitet werden. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass es die eine oder andere Entscheidung über weitere Themen geben wird – über die 8-Uhr-Grenze etwa oder auch über die Frage, ob man per Hausordnung Deutsch als alleinige Sprache auf dem Schulgelände durchsetzen kann. sve

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