Werbinich : Atomkraft? Nein danke!

Alina Stoever[18 Jahre]

Im Jahr 2000 beschloss die damalige Regierung, dass die Regellaufzeit von Atomkraftwerken 32 Jahre betragen sollte. Zur Zeit des Beschlusses war ich noch so klein, dass ich nicht einmal wusste, was Atomkraft ist, von Regellaufzeiten ganz zu schweigen. Jetzt bin ich 18 und das Thema Atomenergie ist zu einem festen Bestandteil meines Alltags geworden. Obwohl auch ich viel Strom verbrauche, bin ich fassungslos darüber, wie man überhaupt auf die Idee kommen konnte, Atomkraftwerke zu bauen, wenn die Endlagerung nicht geklärt ist.

Noch viel fassungsloser macht mich, dass die Politiker aus Fehlern nicht zu lernen scheinen. Ich finde die Laufzeitverlängerung absolut unverantwortlich.

Wie können Politiker nur so hohe Gefahren eingehen, wenn es um Menschenleben geht? Ein Atomunfall würde sich weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus bemerkbar machen. Der Atommüll wird zu einer Bedrohung, der sich nicht nur wir, sondern auch noch viele weitere Generationen werden stellen müssen. Der Atomausstieg als weiteres leeres Versprechen ist für mich nur eine Bestätigung dafür, dass Atompolitik in Deutschland das reine Pokerspiel ist.

Für mich ist klar – da werde ich nicht mitspielen! Als ich von der Großkundgebung gegen Atomkraft am 18. September in Berlin gehört habe, war das für mich ein erster Schritt – und gleich ein Erfolgserlebnis. Aus reinem Interesse an der Veranstaltung ist bei mir während der Demo echte Überzeugung geworden. Überzeugung in dem Sinne, dass ich nicht mehr nur sage „ja, ich bin auch gegen Atomkraft“, sondern mir die Dringlichkeit des Problems bewusst geworden ist. Ich weiß jetzt, dass man nicht darauf warten kann, dass Politiker den Atomausstieg beschließen, sondern dass man sich selber dafür einsetzen muss.

Zwar habe ich als 18-jährige Schülerin nur sehr geringen politischen Einfluss, aber dennoch kann ich versuchen, zu Hause weniger Strom zu verbrauchen und mich weiterhin für eine atomfreie Welt engagieren, indem ich auf Demonstrationen gehe. Ich glaube nämlich, dass das ein wichtiger Punkt ist, wenn es darum geht, dass Politiker ihre Versprechen einhalten. Alina Stoever, 18 Jahre

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