Werbinich : Brigitte Wilhelm: „Der Unterricht wird besser, aber viele Ideen werden schlecht umgesetzt“

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Das neue Schulgesetz trägt dazu bei, dass der Unterricht besser wird: zum Beispiel durch die Vergleichsarbeiten, die individuellen Bildungspläne gegen das Sitzenbleiben, durch das neue Fach Naturwissenschaften an den Grundschulen und den Fremdsprachenunterricht schon ab der dritten Klasse.

Was ich schlecht finde:

Viele Ideen werden mangelhaft umgesetzt. Zum Beispiel bei den Vergleichsarbeiten: Die Gymnasien halten die Anforderungen für zu niedrig und fürchten, dass zu viele Schüler den Zugang zu den Oberstufen erhalten, aber nicht ausreichend qualifiziert sind. Auch dass die Hauptschulen immer weiter abgekoppelt werden, kann man nicht hinnehmen. Die Stundentafel wird an den Gymnasien und Realschulen verdichtet, wenn nun das Abitur nach zwölf Jahren möglich ist. Aber nicht an den Hauptschulen, da soll es keine Verdichtung geben. Zusätzlich zu den Reformen und neuen Rahmenlehrplänen werden auch noch Schulen zusammengelegt.

All das muss von den Lehrern bewältigt werden, deren Arbeitszeit erhöht, deren Gehalt gekürzt und deren Altersermäßigung gerade abgeschafft wurde. Außerdem wird zu viel über unseren Kopf hinweg bestimmt und die Begründungen für die Veränderungen sind nicht immer plausibel. Aber weil die Mehrheit der Lehrer verantwortungsbewusst, ideenreich und verlässlich ist, wird es irgendwie klappen.

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