Werbinich : Eintritt geplant für Park Sanssouci Stiftung will zwei Euro

von Ostern bis Oktober

Peer Straube

Potsdam - Nach langem Streit um die Eintrittsgebühren für den Park Sanssouci macht die Schlösserstiftung nun einen neuen Vorstoß. Die Einführung werde auf der nächsten Sitzung vorgeschlagen, teilte ein Stiftungssprecher mit. Im Januar soll die endgültige Entscheidung fallen. Im Stiftungsrat sitzen der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg.

Die Schlösserstiftung sieht keine Alternative zum umstrittenen Pflichteintritt und möchte ab 2013 Gebühren verlangen – allerdings nur in Sanssouci, nicht etwa in den Berliner Schlossparks wie in Charlottenburg oder Schönhausen.

Besucher müssten dann in Sanssouci zwischen Ostern und Ende Oktober pro Besuch zwei Euro zahlen, ermäßigt einen Euro. Außerdem sollen Jahreskarten zum Preis von zwölf Euro ausgegeben werden. Im gleichen Zug will die Stiftung die Zahl der Parkeingänge von jetzt 25 auf elf reduzieren. Grund für den Pflichteintritt ist laut Stiftungschef Hartmut Dorgerloh der schlechte Pflegezustand. Um dieses Defizit zu beheben, seien jährlich 4,5 Millionen Euro allein für zusätzliches Personal nötig, hinzu kämen noch die Sachkosten. Der Eintritt soll diesen Aufwand decken: Bei jährlich 1,8 Millionen Parkbesuchern kalkuliert Dorgerloh mit Einnahmen von fünf Millionen Euro pro anno. Der Stiftungsrat hatte im Mai ein Votum abgeben sollen, das Thema dann aber vertagt, um Alternativen zu prüfen. Damals hatten sich nicht nur große Teile der Bevölkerung, sondern auch die Stadtverordneten auf Initiative der Linken gegen einen Parkeintritt ausgesprochen. FDP und Potsdamer Demokraten waren dafür.

Als eine mögliche Lösung galt bislang eine sogenannte Tourismusabgabe, die Hotels, Gaststätten und Einzelhandel allerdings freiwillig zahlen müssten. Die Branche war dafür, wollte aber ein Mitspracherecht bei der Verwendung der Gelder. Ausgegeben werde es voraussichtlich für ein verbessertes Tourismusmarketing und mehr Serviceleistungen, hieß es. Die Tourismusbranche unterstütze allerdings die Stiftung in ihrem Bestreben, einen Pflichteintritt für den Park Sanssouci einzuführen. Peer Straube

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