Werbinich : Engagement gegen Rassismus: Auszeichnung für Ernst-Haeckel-Schule

André Glasmacher

Es werden immer mehr: 16 Berliner Schulen engagieren sich schon gegen Rassismus und Ausgrenzung, jetzt trat auch die Hellersdorfer Ernst-Haeckel-Gesamtschule dem europaweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ bei. Zuvor hatten sich 70 % der Schüler- und Lehrerschaft per Unterschrift zu den Prinzipien der Aktion bekannt und zugesagt, aktiv gegen Diskriminierungen anzukämpfen. Und zwar sowohl durch schulinterne Projekte zum Thema als auch durch die Auseinandersetzung mit diskriminierenden Aussagen an der Schule selbst.

Während der Übergabe der Beitrittsurkunde sagte Schulleiter Björn-Peter Roloff, dass der Titel keine Auszeichnung sei, „die nach der Übergabe im Regal Staub ansammelt, sondern zu einem dauerhaftem Engagement verpflichtet.“ Man dürfe nicht wegschauen, wenn andere diskriminiert würden, sei es durch „Rassismus oder beim Mobbing einzelner Schüler, weil sie anders sind.“

Die Initiative für den Netzwerk-Beitritt ging dabei von der Schülerschaft selbst aus. Sebastian Kahl, Schüler der Oberstufe, schilderte, wie alles begann. Die Aktion „Schule ohne Rassismus“ habe ihr Projekt per Brief vorgestellt. Man habe ein Team gebildet, sei in die Klassen gegangen, habe diskutiert und Unterschriften gesammelt. Einzelne negative Reaktionen habe es da schon gegeben: „Aber die haben gemerkt, dass sie ziemlich alleine sind“, sagte der Schüler.

Ingo Grastorf, Berliner Koordinator der Aktion, die 1988 in Belgien initiiert wurde und seit 1995 auch in Deutschland existiert, freute sich, dass die Hellersdorfer Oberschule jetzt zu einem bundesweiten Netzwerk von rund 200 000 Schülern an 311 Schulen gehört, „die alle aktiv gegen Rassismus ankämpfen.“ Dabei komme es nicht auf einzelne Aktionen an, „sondern auf eine dauerhafte Veränderung des Klimas, auf die Schaffung von gegenseitigem Vertrauen“. Zum Konzept gehört auch, dass sich die Schulen einen Paten suchen, mit dem sie das Projekt in Kooperation verwirklichen wollen, etwa indem sie Menschen aus anderen Kulturkreisen kennen lernen.

Die Hellersdorfer Schule gewann die interkulturelle Einrichtung „Haus Babylon" als Paten, die im Mai Opfer eines rechtsextrem motivierten Brandanschlags geworden war. Deren Leiter Mekonnen Shiferaw überreichte der Schule eine Spende von 1000 Euro, von denen die Hälfte vom Paritätischen Wohlfahrtsverband beigesteuert wurde. Gemeinsam werde man viele Projekte starten, kündigte der gebürtige Äthiopier Shiferaw an.

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