Werbinich : Ernst Uhrlau?

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Ernst Uhrlau, mit den weißen Haaren und Lesebrille sieht der aus wie ein Politiker. ..

Nun, das ist er nicht. Aber als Präsident des Bundesnachrichtendienstes, kurz BND, hat er oft mit denen zu tun. Und er hat mal Politik studiert.

Bundesnachrichtendienst – ist das so was wie die „Tagesschau“?

Zurzeit berichten die zwar fast täglich über den BND. Der selbst macht aber etwas ganz anderes, ist der „Auslandsgeheimdienst“. Damit ist er ein Bruder zum Verfassungsschutz, der in Deutschland selbst Informationen sammelt. Der BND soll auch im Inland gespitzelt haben , soll Journalisten ausspioniert haben – und das ist verboten.

Ist Uhrlau also der deutsche James Bond?

Nein. 007 ist ein Agent im Außendienst. Uhrlau ist eher der Chefspion, ihn kann man besser mit M. vergleichen, dem Vorgesetzten von 007.

Was macht so ein Chefspion denn?

Auf jeden Fall liest und telefoniert er viel. Das kann spannend sein, denn seine Behörde sammelt Informationen aus und über das Ausland, die für Deutschlands Sicherheit wichtig sein könnten – zum Beispiel, ob Terroranschläge geplant sind. Dazu werden Agenten eingesetzt, die Telefone abhören, Briefe und E-Mails lesen. Wichtiges wird dann an die Bundesregierung weitergegeben.

Wo arbeitet Uhrlau?

Noch im bayerischen Pullach und ab und zu in Berlin. Da er aber nun öfter in der Hauptstadt sein soll, baut der BND gerade eine neue Zentrale an der Chausseestraße (da, wo man derzeit noch Beachvolleyball spielen kann). Der Umzug soll bis zu 1,7 Milliarden Euro kosten.

1 700 000 000, das sind ne Menge Nullen...

Stimmt, aber beim BND arbeiten auch rund 6000 Menschen; 4000 von ihnen kommen nach Berlin. Darüber wurde übrigens ebenfalls viel gestritten.

Soviel Krach. Kann Uhrlau Chef bleiben?

Schwer zu sagen. Er ist ja erst seit ein paar Monaten an der Spitze des BND. Vieles von dem, worüber gerade gestritten wird, stammt noch aus der Zeit seiner Vorgänger August Hanning, Konrad Porzner und Hansjörg Geiger. Fast alle neun Präsidenten seit der Gründung des BND 1956 waren mehrere Jahre im Amt – bis auf einen, Heribert Hellenbroich. Der trat in den 80er Jahren nach nur vier Wochen zurück, weil ein wichtiger Mitarbeiter nach Ost-Berlin geflohen war.jul

Nicht zu verwechseln mit: Farin Urlaub, Michael Uhrmann und Derrick.

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