Jugend testet Klassik : Das Philadelphia Orchestra zu Gast beim Musikfest Berlin

Manchmal ist der unvoreingenommene Blick der beste. Während Charlotte sich mit der modernen Komposition von Wolfgang Rihm herumschlug, lehnte sich Henrik zurück und genoss.

Charlotte Schilling, Henrik Hölzer

Sich als 17-Jährige als Klassikfan zu outen, grenzt ja schon fast an ein Todesurteil. Also entschuldige ich mich damit, dass ich gewissermaßen mit Klassik aufgewachsen bin. Dazu gehörten Konzertbesuche mit meinen Eltern und Stücke von Beethoven und anderen auf dem Klavier zu spielen. Gerade deshalb habe ich mich sehr auf dieses Konzert gefreut. Noch nie war ich bei einem Konzert, bei dem der Komponist des aufzuführenden Werkes anwesend war. Klingt doch spannend! „Verwandlung 3“ von Wolfgang Rihm, fand ich dann aber schwierig, sehr besonders, modern und gelegentlich etwas dissonant. Auch die Einführung vorher, die ich übrigens generell empfehlen kann, weil sie Inhalte über die Stücke und deren Komponisten interessant vermittelt, konnte mir in diesem Fall das Musikstück nicht wirklich erklären.

Charlotte Schilling, 17 Jahre

Von meinem Sitzplatz aus konnte ich dem Dirigenten Charles Dutoit direkt ins Gesicht schauen. Unglaublich, mit welcher Leidenschaft, mit welcher Mimik und Gestik der Dirigent sein Orchester lenkte. Zeitweise lausche ich gerne mal klassischer Filmmusik, aber ein riesiges Orchester vor mir zu sehen war mir völlig neu. Die „Symphonie fantastique“ von Berlioz dirigierte er sogar ganz ohne Noten. Ein so großes Orchester in dieser Atmosphäre hören zu können, war eine Bereicherung für mich. Henrik Hölzer, 16 Jahre

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