Jugend testet: Konzerthausorchester Berlin : Klanggewitter aus dem Schlagwerk

Die Percussion-Instrumente nehmen die halbe Bühne ein. Die zierliche Schlagzeugerin läuft von einem zum anderen, es sieht aus, als würde sie tanzen.

Paula Sawatzki, Roberta Huldisch
Evelyn Glennie mit einem ihrer ungewöhnlichen Schlagzeuge. Foto: Konzerthaus/Jim Callaghan
Evelyn Glennie mit einem ihrer ungewöhnlichen Schlagzeuge.Foto: Konzerthaus/Jim Callaghan

Wenn ich die Augen schließe, kommt es mir vor, als sei ich in einer anderen Welt. Klassische Musik lässt viel Raum für Fantasie. Normalerweise informiere ich mich nicht ausführlich über das Programm, aber heute bin ich neugierig auf jeden Streicher, Bläser und Schlagzeuger. Es dirigiert Markus Poschner. In „Cosmodromion“ von Christian Jost kommen ausgefallene Percussion-Instrumente vor, die ich noch nie gesehen habe. Die zierliche Solistin Evelyn Glennie läuft von Instrument zu Instrument, sie folgt mit ihrem ganzen Körper der Musik, es sieht aus, als würde sie tanzen.

Die Sinfonien von Haydn und Brahms empfinde ich völlig anders als das erste Werk. Ich lehne mich zurück und lasse die Allegros und Andantes auf mich wirken. Mein Blick schweift über die Zuhörer, ihre entspannten Gesichter. Die Musik lässt sie ruhig werden. Das Konzert geht schnell vorbei, es gibt viel Applaus. Auf dem Nachhauseweg habe ich immer noch die schöne, vertraute Musik in den Ohren. Mit klassischer Musik bin ich aufgewachsen, das Jugendabo habe ich zwei Jahre lang genutzt. Für mich ist es eine gute Gelegenheit, klassische Musik zu erfahren und vielleicht mehr zu verstehen, was sie ausmacht und bedeutet.

Paula Sawatzki, 16 Jahre

Evelyn Glennie wirkt mit ihren langen, grauen Haaren und der schmalen Statur beinahe zerbrechlich. Doch zu den überirdischen Melodien des ausgedünnten Orchesters lockt sie ein wahres Klanggewitter aus dem Schlagwerk. Zwei ältere Damen in der Reihe vor mir stecken verstört die Köpfe zusammen. Es mag wie eine Floskel klingen. Doch der erste Schritt aus dem Konzerthaus auf den beleuchteten Gendarmenmarkt fühlt sich an wie die Rückkehr von einer langen Reise.

Roberta Huldisch, 17 Jahre

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