Werbinich : Katharina Wagner?

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Von Katharina Wagner hört man in letzter Zeit öfter, wenn es um klassische Musik geht. Warum eigentlich?

Sie ist die Urenkelin von Richard Wagner, der 13 mehr oder weniger berühmte Opern komponiert hat. Zum Beispiel den „Ring des Nibelungen“, den „Fliegenden Holländer“ oder auch „Parsifal“. Die Familie Wagner beherrscht schon seit vier Generationen die Musikszene von Bayreuth. Noch bis zum 28. August sind dort die WagnerFestspiele. Da wird in der nordbayerischen Stadt rund um die Uhr alles aufgeführt, was Richard Wagner sich ausgedacht hat. Wagner-Fans aus der ganzen Welt treffen sich dann. Man muss sich das vorstellen wie „Rock am Ring“ – nur viel länger und ohne Camping. Chef des ganzen Spektakels ist Wolfgang Wagner, der Vater von Katharina – also der Enkel von Richard Wagner.

Muss man sich denn zwangsläufig für das interessieren, was sein Urgroßopa so gemacht hat?

Normalerweise nicht. Bei Katharina scheint das aber so zu sein. Als sie sechs Jahre alt war, wollte sie schon immer bei den Proben dabei sein. Später hat sie Theaterwissenschaften in Berlin studiert. In Würzburg hat sie sogar den „Fliegenden Holländer“ inszeniert. Das schaffen nicht viele, die erst 26 Jahre alt sind. Die Deutschen nehmen die Musik von Wagner nämlich sehr, sehr ernst. Jetzt hat Katharina dem total wahnsinnigen Christoph Schlingensief bei der Inszenierung von „Parsifal“ assistiert. Manche Kritiker dachten, die beiden machen etwas besonders Verrücktes. Haben sie dann aber gar nicht. Viele Experten haben Katharina eine solch schwere Aufgabe nicht zugetraut. Manche nannten sie sogar abfällig die „Regie-Barbie“. Das waren natürlich Männer.

Gemein. Da ärgert sich Katharina Wagner doch bestimmt drüber.

Sie geht damit gut um. Sie sagt: „Man muss das ausblenden, sonst würde man die Krise kriegen.“ Katharina muss ziemlich viel ausblenden. Die Wagner-Sippe ist weit verzweigt: Manchmal tauchen zum Beispiel irgendwelche Töchter aus ersten Ehen auf, gegen die sie sich behaupten muss.

Das ist ja wie im Märchen.

Ein bisschen schon. Aber wie im Märchen könnte für Katharina alles gut werden. Sie ist nämlich als Nachfolgerin für ihren Vater im Gespräch. Dann wird sie vielleicht die Chefin des Festivals. oom

Nicht zu verwechseln mit Shelly, Cosma Shiva Hagen, Ruud van Nistelroy und Katharina der Großen.

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