Musik : Jugend horcht

Cinema Bizarre sind das neue Ding nach Tokio Hotel. Sie waren mit Lady Gaga auf Tour – und gerade ist ihr zweites Album erschienen.

Nana Heymann
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Schön erfolgreich. Das Äußere ist den Jungs von Cinema Bizarre wichtig.Foto: promo

Das sind die Privilegien von Popstars: Wünsche werden ihnen von den Augen abgelesen. Und natürlich sofort erfüllt. Einmal im Leben Lady Gaga persönlich treffen und ihr die Hand schütteln, für die fünf Jungs von Cinema Bizarre ist das in Erfüllung gegangen. „Wir sind ja bei der gleichen Plattenfirma und als sie ein Konzert in Berlin gab, hat unser Management das organisiert“, erzählt Sänger Strify, 21. Und weil Lady Gaga mit der Gruppe auf Anhieb gut klarkam, hat sie sie als Vorband für ihre Tour in den USA engagiert.

Das brachte die Pläne der Gruppe gehörig durcheinander. Die Veröffentlichung des aktuellen Albums „Toyz“ musste um ein halbes Jahr verschoben werden, seit zwei Wochen ist es nun im Handel. Denn auf der Tour kamen Strify und Co mit Space Cowboy ins Gespräch, er ist Lady Gagas DJ und Remixer. Der Mann schlug Cinema Bizarre einen gemeinsamen Song vor. Klar, dass sie dieses Angebot nicht ablehnen konnten und das Stück noch mit auf’s Album musste. Und so ist „I came 2 party“ die neue Single.

Die Musik von Cinema Bizarre changiert irgendwo zwischen Pop und Glamrock. Popstars-Jurorin Michelle Leonard stand den Jungs als Songwriterin zur Seite, für Sänger Strify ist sie eine Mentorin. „Zu ihr kann ich kommen, wenn ich Fragen habe oder Rat brauche.“ Das starke Make-up und die außergewöhnlichen Outfits der Band sind dem Visual Kei entliehen, einer japanischen Subkultur. „Das Äußere ist für uns sehr wichtig“, sagt Kiro, 21. Knapp anderthalb Stunden brauchen die Musiker, um sich für einen Auftritt zurechtzumachen. Und auch für das Interview haben sie sich sorgfältig zurechtgemacht. Sänger Strify hat seine Augen mit blauem Kajal umrandet und trägt falsche Wimper, er schwört auf Kosmetikprodukte der Marke Dior. Kiro hat ein enges, tief ausgeschnittenes T-Shirt an und Lack auf den Fingernägeln. Zu den Vorbildern der Band, man ahnt es, gehören David Bowie und Grace Jones. Romeo, der erst vor kurzem in der Band ist, hört privat außerdem Hardrock und Metal. Er kam für Sänger Luminor, der Ende vergangenen Jahres wegen gesundheitlicher Probleme ausgestiegen war. „Wir sind bereits seit längerem befreundet“, sagt Romeo, „ich hatte die Band schon ein paar Mal bei Konzerten begleitet.“ Nun steht er am Keyboard. Die Fans hätten ihn bereits akzeptiert, sagt er.

Die amerikanischen Fans, die bei der Tour mit Lady Gaga im Publikum standen, hätten zum Teil alle Texte auswendig mitsingen können, erzählt Kiro. Ebenso wie die Fans in Moskau. Nur die deutschen Mädchen sind zurückhaltender. Die sind offenbar immer noch in Tokio Hotel verliebt.

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