Werbinich : Out of Frohnau

Charlotte Schilling[15 Jahre]

„Where do you come from? – „Berlin. – „Wow cool!!! From Prenzlauer Berg?“ – „Ah no, from Frohnau …“ – „Oh. Okay. And where’s that?"

Das frage ich mich seit einiger Zeit auch immer häufiger. Denn es gibt nur einen Ausweg aus dem schönen Grün: Die Lebensader aller Frohnauer Jugendlichen heißt S1.

Ich lebe seit fast 15 Jahren in der Kleinstadt ganz im Norden von Reinickendorf. Als Baumhäuser bauen noch der Lebensinhalt war, erlebten wir hier die schönste Zeit. Wir brauchten keinen Spielplatz, die besten Freunde wohnten gleich im nächsten Haus – wir hatten eine wohlbehütete Kindheit.

Wohlbehütet heißt, dass Schule, Tennisplätze und die beste Freundin in nächster Nähe sind und jeder jeden kennt, was für kleinere Kinder das Paradies auf Erden ist. Wohlbehütet heißt aber auch, dass das nächste Kino 20 Busminuten entfernt, die Partylocation weit weg ist und dass es nur ein Café für Jugendliche gibt. Um ins Stadtzentrum zu kommen, muss man 40 Minuten S-Bahn fahren. Das ist wie ein Wandertag mit einer Grundschulklasse.

Früher hätte ich mir nie vorstellen können, dass man woanders leben könnte. Heute sehe ich das differenziert. Ich lebe immer noch gerne in Frohnau, auch wenn es manchmal nervt. Irgendwann eine WG im Stadtzentrum – cooler Traum! Charlotte Schilling, 15 Jahre

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