Werbinich : Rat vom Professor

Marzahner Schüler und ihre Plakatkampagne an der Universität der Künste

Sandra Stalinski

Linh Pham Ngoc sitzt etwas schüchtern vor ihren Mitschülern, streift sich verlegen durchs Haar und hält ihr Plakat hoch. „Ich habe mich mit Walfang beschäftigt und deshalb diesen Wal zwischen Essstäbchen abgebildet“, deutet sie auf das Bild. Linh ist Schülerin des Leistungskurses Kunst der Marzahner Rudolf-Virchow-Gesamtschule. Zusammen mit der Universität der Künste (UdK) haben die zwölf Oberschüler eine Plakatkampagne zum Thema Tierschutz entworfen und trafen sich am Ende ihrer 40-stündigen Projektwoche in der UdK zur Abschlussbesprechung.

„Am schwierigsten war für mich, den richtigen Slogan zum Plakat zu finden“, sagt Linh. Das Wichtigste sei zwar die Plakatidee, doch die Bildsprache und der dazu passende Text ist nochmal eine besondere Kunst, sagt auch UdK-Professor Heinz-Jürgen Kristahn, der das Projekt zusammen mit dem Kunstlehrer Thomas Greeske geleitet hat. Dass es Linh Pham Ngoc besonders wichtig war, speziell vietnamesische Essstäbchen abzubilden und sie dadurch ihre kulturelle Identität in die Arbeit einfließen ließ, findet Kristahn beachtlich.

„Das ist unser Nachwuchs“, sagt er begeistert. Die Zusammenarbeit mit der Schule helfe, Berührungsängste abzubauen. „Wenn die Schüler mal konkret sehen, was man in einem Kunststudium macht, verlieren sie die Angst und entscheiden sich vielleicht eher für dieses Fach“, glaubt auch Thomas Greeske. Einige der Leistungskursler spielen immerhin mit dem Gedanken, einmal Kunst oder Grafikdesign zu studieren, zwei sind sich sogar schon sicher. Hier würden sie auch mitbekommen, was in einer Bewerbungsmappe zähle.

Thomas Greeske, der sich immer wieder außergewöhnliche Projekte für seine Kunstschüler einfallen lässt, hat den Kontakt zur UdK geknüpft. Er selbst studierte einmal bei Professor Kristahn, der für die Studienratausbildung zuständig ist. Auch für die UdK-Studierenden ist die Zusammenarbeit fruchtbar. Die drei angehenden Kunstlehrer, die mitgemacht haben, konnten sich so schon mal auf ihre spätere Aufgabe vorbereiten.

Viel Freizeit haben sowohl die Schüler als auch die Betreuer für das Projekt geopfert. Dass sich der Einsatz gelohnt hat, darüber sind sich alle einig. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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