Werbinich : Schüler – zu allem bereit

Susanne Vieth-Entus

Berlins Schüler sind alles Mögliche: mal schwierig, mal pflegeleicht, mal hochbegabt, mal unwillig, mal unhöflich, mal zuvorkommend, mal machohaft und mal charmant. Und dann sind sie auch noch – hilfsbereit. Für wen und was haben sie sich nicht eingesetzt in diesem zurückliegenden Jahr!

Tausende Grundschüler, Haupt- und Realschüler wie Abiturienten haben gerne und mit großem Erfolg für Gott und die Welt Basare organisiert oder Geld eingetrieben, wenn es ihren Lehrern gelungen war, sie vom Sinn der jeweiligen Aktion zu überzeugen.

Manchmal sind es aber auch die Schüler selbst, die die Initiative ergreifen. Ein besonders beeindruckendes Beispiel erlebte das Britzer Albert-Einstein-Gymnasium am letzten Tag vor den Weihnachtsferien. Da hatte die Schülersprecherin vorgeschlagen, für das Waisenheim des St. Elisabethstiftes in Reinickendorf Päckchen zu packen. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: Die Geschenke füllten einen großen VW-Transporter, so dass selbst der Beifahrersitz vollgepackt war. Zuvor hatten die Jugendlichen zwei Menschenketten gebildet, um dieser Päckchenmasse den Weg vom Schulhaus zum Transporter zu ebnen.

„Es war ein Tag wie im Paradies“, schwärmte Schulleiter Klaus Lehnert am späten Nachmittag. Da lag das traditionelle „Turmblasen“ vom Balkon des Einstein-Gymnasiums schon über acht Stunden zurück. Dazwischen hatte es sechs Stunden Weihnachts-Livemusik im Foyer gegeben – dank eines kleinen Schülerorchesters – , dazu jede Menge frische Waffeln, die am laufenden Band für die über 1000 Schüler gebacken wurden. Und nachher waren es die Jugendlichen selbst, die alles aufräumten – und dann noch Unterricht machten. Aber jetzt sind erst mal Ferien. Ab kommendem Montag geht es dann weiter mit dem Alltag – und mit Schulbrot statt Waffeln.

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