Werbinich : Wahlsimulator u18: Geht wählen, Leute!

Die u18-Wahl ist eine Wahl für Kinder und Jugendliche im Vorfeld der echten Wahlen. Es gibt in ganz Berlin Wahllokale, beispielsweise in Jugendzentren, wo man seine Stimme

abgeben kann. Darüber sprach Ruth Appel,

16 Jahre, mit dem Berliner Abgeordneten Benedikt Lux (Bündnis 90/Die Grünen).

Wie sinnvoll finden Sie die u18-Wahl?

Sie ist nur eine Simulation, aber auch die weckt eine Auseinandersetzung mit demokratischen Wahlen und Mitbestimmung. Insofern halte ich die u18-Wahl für sinnvoll.

Denken Sie, dass sich die Ergebnisse von denen der realen Wahl unterscheiden werden?

Die u18-Wahl kann sich unterscheiden, weil nur die hingehen, die auch ein starkes Interesse daran haben und darauf aufmerksam gemacht werden. Am repräsentativsten ist sie in meinem Bezirk Steglitz-Zehlendorf, weil dort bundesweit die meisten Leute an den u18-Wahlen teilgenommen haben. Je mehr Leute teilnehmen, desto repräsentativer ist das natürlich. Bei den 16- bis 18-Jährigen, die bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen und den Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung in Berlin wählen gegangen sind, hat man gemerkt, dass sie fast genauso gewählt haben wie Ältere.

Haben die Ergebnisse der letzten u18-Wahl bei Ihnen etwas bewirkt?

Es wurde schon wahrgenommen, dass viele Stimmen in Steglitz-Zehlendorf mich und die Grünen stark nach vorne gepusht haben. Das nehme ich dankbar und demütig hin, glaube aber auch, dass das Politik- und das Personenangebot der anderen schwächer war. Es liegt also auch an der Schwäche der andern, nicht nur an unserer Stärke. Man sieht, dass sich Parteipolitik doch immer noch stärker auf jüngere Leute ausrichten muss. Und da ist auch Vertrauen, das hohe Erwartungen setzt. Das wird nicht weggeschmissen. Das bemerkt zwar nicht jeder, aber für mich bedeutet es, dass es doch ein großes Vertrauen ist, das die jungen Leute da in die Grünen und mich setzen, und das will ich nicht verspielen.

Würden Sie den Jugendlichen etwas sagen?

Geht wählen Leute, auch wenn’s schwer fallen mag und mischt euch ein! Wir als Politik brauchen dieses Feedback, nicht nur zu einer Wahl, sondern auch zwischendurch.

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