Wir müssen REDEN (33) : Traumdeutung für Anfänger

Wovon träumst du nachts? Das fragte Ric Graf vorigen Freitag. Elena Senft hat es sich im Bett gemütlich gemacht, ist tief und fest eingeschlafen - und antwortet ihm heute.

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Mach mal Schnute. Elena Senft lauscht ihrem Radio - und schreibt jeden Freitag im Wechsel mit Ric Graf.Foto: privat

Nachts träume ich wirklich komische Sachen. Heute Nacht zum Beispiel träumte ich, dass ich unter den letzten fünf Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“ wäre und bald wäre die nächste Motto-Show und ich hätte noch nicht ein einziges Mal geprobt. Ich war verzweifelt, weil mir kein Song einfiel, den ich singen konnte. Gleichzeitig hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich wusste, dass ich doch eigentlich gar kein Superstar werden wollte und jemandem, der es ernst meinte, den Platz wegnahm. Und singen kann ich eigentlich auch nicht so gut. Ständig sprachen mich Freunde darauf an, dass sie mich im Fernsehen gesehen hätten und ich schämte mich.

Eine schlimme Situation, die ich sogleich mit dilettantischer Hilfe von Freundin L. am Telefon küchenpsychologisch in meine reale Lebenssituation zu übersetzen versuchte: „Anscheinend hast du Zukunftsangst“, sagte sie. Angst, nicht das leisten zu können, was von mir erwartet werde. Vielleicht gehe es nicht unbedingt um das, was andere von mir erwarten, sondern eher um das, was ich selber von mir erwarte. Bei dem gleichzeitigen, zermürbenden Zweifel daran, ob ich das, was ich mache, eigentlich überhaupt wirklich will oder gut kann. Ich sei halt ein sehr ehrgeiziger Typ, sagte meine Freundin L. Ich verneinte vehement und sagte, das würde nicht stimmen, ich sei ja wohl die entspannteste und lockerste Person der Welt und sie solle mir mal bitte schön auch nur eine einzige Person nennen, die noch lockerer sei als ich. Sie nannte mir einen schluffigen gemeinsamen Bekannten, der den ganzen Tag lang nur in Leinenhosen im Mauerpark rumlungert, jongliert und kifft und ich sagte, der würde nun wirklich nicht gelten.

Ich muss die Ansage, ich sei ein ehrgeiziger Mensch, erst mal sacken lassen und eine Nacht darüber schlafen. Hoffentlich fällt mir diesmal im Traum ein Song an, mit dem ich in die nächste Motto-Show komme. Wäre ja wohl gelacht, wenn ich das nicht schaffen könnte. Ich will gewinnen, nur um mal zu sehen, ob ich es theoretisch könnte. Und dann gehe ich mit Mark Medlock und Dieter Bohlen auf Tour.

Ric, wer ist dein großes Vorbild?

Nächsten Freitag antwortet Ric Graf wieder an dieser Stelle.

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