Wir müssen REDEN (66) : Bloß keine Blumen von der Tanke

Was kaufst du an Tankstellen? Das fragte Elena Senft vorigen Freitag. Ric Graf war neulich erst wieder da und griff beherzt zum Frischkäse. Es war nicht sein einziger Einkauf.

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Lass Blumen sprechen. Ric Graf, ganz romantisch.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Am Mittwochmorgen bin ich in meiner Wohnung aufgewacht und sehnte mich einfach nur nach dem schönen, warmen Sommer: Die Heizung in meinem Zimmer funktioniert in diesen Tagen nicht, was das Aufstehen erheblich erschwert. Nach einer kurzen Dusche musste ich auch gleich los: raus in die absolute Kälte. Und da habe ich mir, als ich mit zig anderen Leuten frierend an der zugigen Bushaltestelle wartete, zum ersten Mal ein Auto gewünscht.

Pappiges Brot, teurer Saft ...

 
Ich habe mich so durch den Tag und die Kälte geschlagen und landete am Abend, weil ich zu spät nach Hause kam, wieder in meinem Notgeschäft: der Tankstelle. Ich kaufte also abgepacktes, pappiges Brot, eine viel zu teure Packung Frischkäse. Und Saft, Zigaretten und eine Bifi. Wie so oft.

Obwohl ich ja kein Auto habe (das ich mir an diesem Tag so sehr wünschte), bin ich ein gern gesehener Kunde in meiner Tankstelle, an der ich noch nie einen Tropfen Benzin gekauft habe: Der Mann hinter der Theke grüßt sogar schon und hat mir neulich nachts meine Lieblingszigarettenmarke hingelegt, als ich in den Shop kam. Nett, oder? Tanke schön.

... Bifi, Zigaretten ...

Vor gut zwei Jahren war ich mit meinem guten Freund Alex für eine Nacht in Hamburg, wir wohnten bei einer Freundin, die aber nicht mit zur Party wollte. In dieser Nacht schafften Alex und ich es irgendwie, den Zweitschlüssel ihrer Wohnung zu verbummeln, und mussten sie nun um fünf Uhr morgens aus ihrem warmen Bett klingeln. Da sich in der Wohnung nichts regte, klingten wir unfreundlicherweise Sturm, und sie machte irgendwann die Tür entnervt auf: „Was ist denn los!? Ihr habt doch ’nen Schlüssel!?“ – „Den haben wir verloren, tut uns leid.“

... und niemals Benzin

Aber Alex und ich waren vorbereitet. Dachten wir zumindest. Wir hatten einen Blumenstrauß gekauft, frisch von der St.-Pauli-Tankstelle. Als wir ihr den Strauß unter die Nase hielten, guckte sie wenig erfreut. Sie ahnte es vermutlich: Nach fünf Stunden Schlaf waren die Blumen welk. Beim nächsten Mal kriegt sie eine Bifi.

Meine Frage:  Elena, auf welches Geschenk hättest du gerne verzichtet?

Nächsten Freitag antwortet Elena Senft wieder an dieser Stelle.

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