''Widerliche Bilder'' : Japaner töten Walmutter und ihr Kalb

Es sind traurige Bilder, die ein australisches Schiff in der Antarktis aufgenommen hat: Eine japanische Walfangflotte tötet eine Walmutter und ihr kleines Kalb. Nun hagelt es internationale Proteste gegen die japanische Regierung, die den Walfang zulässt.

Walfang
Schockierende Bilder: Die Walmutter und ihr Kalb werden an Bord gezogen. -Foto: dpa

BerlinJapanische Walfänger haben in antarktischen Gewässern eine Walmutter und ihr etwa ein Jahr altes Kalb getötet und an Bord gezogen. Dokumentiert wurde die schockierende Szene von einem australischen Zollschiff. Die Besatzung der "Oceanic Viking" verfolgte die japanische Walfangflotte, um Material für ein eventuelles Gerichtsverfahren zu sammeln. Japan dementierte, dass das Walkalb getötet worden ist und beschuldigt Australien einer "gefährlichen, emotionalen Propaganda". Die Jagd deklariert Japan als wissenschaftlichen Walfang, der trotz des Walfang-Moratoriums erlaubt ist.

Der australische Umweltminister Peter Garrett beschreibt die Bilder als "widerlich". "Ich denke, es ist durch diese Bilder eindeutig klar, dass dies ein wahlloses Töten von Walen ist", kritisiert Garrett. Die Tatsache,dass das Fleisch der Meeressäuger in japanischen Supermärkten verkauft wird, straft die Aussage Tokios über einen Iwissenschaftlichen Walfang Lügen. Australien und Neuseeland waren bis in die 1970er Jahre selbst Walfangnationen. Inzwischen nehmen sie eine führende Rolle im Kampf gegen den Walfang ein.

Auch die Bundesregierung hat den Walfang durch japanische Jäger scharf kritisiert. "Das ist für uns nicht akzeptabel", sagt Agrarstaatssekretär Gert Lindemann am Donnerstag bei einem Besuch in Neuseeland. Japan darf nicht mit der Behauptung, dies sei wissenschaftlicher Walfang, ökonomische Interessen durchsetzen und den Walfang wie vor dem internationalen Moratorium ungeschmälert fortsetzen. Deutschland ist sich mit Australien und Neuseeland einig, dass bei der nächsten Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) im Juni in Chile der wissenschaftliche Walfang definiert werden solle. (sba/dpa)

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