Welt : Wie Kranke Sars besiegen

Auch wenn Experten hilflos sind, viele Patienten erholen sich

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Warum haben sich bisher die meisten SarsPatienten wieder erholt? Vor allem aus China kommen Berichte, nach denen die Erkrankten reihenweise wieder gesund werden. Und das, obwohl die Mediziner den Erreger nicht direkt bekämpfen können, solange sie ihn nicht kennen.

Ein scheinbarer Widerspruch. Ein weiterer Widerspruch ist die Tatsache, dass die Experten die Kranken sehr aktiv behandeln, obwohl sie andererseits sagen, sie könnten den Erreger gar nicht bekämpfen. Was ist los?

Der stärkste Feind des Erregers ist der Mensch selbst. Egal, ob die Mediziner den Erreger kennen oder nicht, das Immunsystem des Infizierten nimmt sofort den Kampf auf. Der kann dauern, und in dieser Zeit weist der Patient schwere Symptome auf. Meistens überlebt der Mensch und überwindet den Erreger allein. Die Doppelstrategie, mit der unser Immunsystem Krankheitserreger schachmatt setzt, ist meist ausgesprochen effektiv. Sobald der Körper einen Eindringling als fremd erkannt hat, werden Antikörper gebildet. Sie machen die ungebetenen Gäste unschädlich, indem sie sie an sich binden und aus dem Verkehr ziehen. Killerzellen, die zweite Linie der Abwehr, töten Zellen, die schon infiziert sind.

Dass ein Erreger noch nicht bekannt ist und nicht vorbeugend abgewehrt oder direkt bekämpft werden kann, muss also nicht heißen, dass die Erkrankten sterben müssen. Es sterben nur diejenigen, deren Immunsystem dem Angreifer nicht gewachsen sind.

Viren sind erheblich schwerer zu bekämpfen als Bakterien. Letztere kann man zerstören. Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Trotzdem werden sie auch den Sars-Patienten auf Verdacht gegeben. Denn oft machen sich Bakterien bei einem abwehrgeschwächten Patienten die Gunst der Stunde zunutze. Auch ohne den Erreger zu kennen, können Ärzte helfen: Mit fiebersenkenden Medikamenten, Flüssigkeitszufuhr, Stabilisierung des Kreislaufs und nötigenfalls auch mit künstlicher Beatmung stärken sie ihn indirekt im Kampf gegen den Erreger.aml

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