Welt : Wieder rassistisch motivierter Überfall in Bernau

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Einem Deutschen wurde sein südländisches Aussehen zum Verhängnissib

Im Land Brandenburg gab es erneut einen ausländerfeindlichen Übergriff. In der Nacht von Freitag zu Sonnabend schlugen gegen 3 Uhr auf dem Bernauer Bahnhofsvorplatz unbekannte Täter den 24-jährigen Kay Sch. derartig brutal zusammen, dass der Mann einen Kieferbruch erlitt und gestern operiert werden musste. Der 24-Jährige hatte trotz der Schwere seiner Verletzungen allerdings makabres Glück: Seine zwei Begleiter hätten die Täter während der Schläge darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Opfer kein Ausländer sei, sagte Annegret Klatt, Sprecherin des Polizeipräsidiums Eberswalde auf Nachfrage. Daraufhin ließen die Männer von Kay Sch. ab. Nach Angaben der Polizeisprecherin sei das Bernauer Opfer ein "südländischer Typ" - die Täter haben den Mann nach Zeugenaussagen von hinten angefallen. Nach dem Überfall wurde die Polizei nicht verständigt. Erst durch eine Meldung des behandelnden Krankenhauses in Bernau habe man die Ermittlungen gestern aufgenommen. Kay Sch. konnte aufgrund seiner Verletzungen noch nicht vernommen werden.

Ende Februar wird Bundestagspräsident Wolfgang Thierse Guben einen Besuch abstatten. Die Visite steht im Zusammenhang mit dem Einsatz der Grenzstadt für ein friedvolles Miteinander und gegen Ausländerfeindlichkeit. Guben war vor einem Jahr in die Schlagzeilen geraten, als nach einer Hetzjagd der algerische Asylbewerber Farid Guendoul zu Tode kam.

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