Wintereinbruch : Viele Unfälle durch Schnee und Eis

Schnee und Eis haben in weiten Teilen Deutschlands zahlreiche Unfälle und lange Staus verursacht. Mehrere Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt.

Hamburg - In vielen Bundesländern waren Straßen und Autobahnen zeitweise gesperrt. Im Bahnverkehr gab es ebenfalls Einschränkungen. In Sachsen und Bayern war der Flugverkehr beeinträchtigt. Auch Nachbarländer wie Polen, Tschechien und Frankreich litten unter den starken Schneefällen.

In Schleswig-Holstein geriet auf der A 1 bei Lübeck ein Lastwagen ins Schleudern und prallte gegen eine Mittelleitplanke, der Fahrer wurde getötet. Nach Polizeiangaben rutschte auf der A 7 in Richtung Göttingen bei Seesen ein Kleinlaster in den Graben. Ein zweiter Kleinlaster fuhr in die Unfallstelle. Der Fahrer des ersten Lasters kam dabei ums Leben, der Fahrer des anderen wurde schwer verletzt. In Werder/Havel (Brandenburg) starb ein Mann, als er mit seinem Auto gegen einen Laternenmast prallte. Ob Glätte die Unfallursache war, war nach Polizeiangaben am Vormittag noch unklar.

Chaotische Zustände in Baden-Württemberg

Chaos auf einer Autobahn in Baden-Württemberg: Der Verkehr auf der A 5 zwischen Rastatt und Karlsruhe kam am Mittwochabend völlig zum Erliegen, wie das Technische Hilfswerk mitteilte. Auf einer Strecke von 15 Kilometern bildete sich innerhalb kürzester Zeit ein Stau mit Hunderten von Fahrzeugen. Auch im Bahnverkehr kam es am Donnerstagmorgen im Südwesten zu Verspätungen.

In Bayern stoppte ein Verkehrsunfall auf spiegelglatter Straße mit drei Lastwagen auf der A 3 Regensburg-Nürnberg bei Beratzhausen den Verkehr. Zwei Lastwagenfahrer wurden schwer verletzt. Die Fahrbahn in Richtung Nürnberg wurde gesperrt. Der Verkehr staute sich auf 15 Kilometer. Helfer versorgten Autofahrer mit Getränken und Benzin.

600 Passagiere hingen in München fest

Wegen heftigen Schneetreibens und ausgefallener Flüge mussten rund 600 Passagiere die Nacht zum Donnerstag auf dem Münchner Flughafen verbringen. Sie seien in den Terminals mit Feldbetten und Decken versorgt worden, sagte eine Flughafensprecherin. Am Mittwoch waren rund 350 Flüge gestrichen worden, mehr als 100 waren verspätet.

Auch am Flughafen Halle-Leipzig wurden am Morgen Flüge gestrichen, da am Mittwochabend einige Maschinen aus München und Frankfurt nicht geflogen waren. Der Flughafen Dresden musste wegen des Schnees am Mittwochabend schon um 22 Uhr geschlossen werden.

Zahlreiche Unfälle gab es auch in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Auf der A 7 bei Soltau geriet ein Autofahrer beim Überholen mit seinem Wagen ins Rutschen und kollidierte mit einem anderen Pkw. Zwei Menschen, darunter ein neunjähriges Kind, wurden schwer verletzt. Zwei weitere erlitten leichte Verletzungen. Schneeglätte und überfrierende Nässe machten auch in Brandenburg viele Fahrten zu einer Rutschpartie. Eine Sturmflut führte an der vorpommerschen Ostseeküste bis zum Vormittag nur zu leichten Schäden.

Teile Frankreichs ohne Strom

Wetterchaos auch in den Nachbarländern: Wegen neuer starker Schneefälle hatten 110.000 Haushalte in West- und Zentralfrankreich keinen Strom. In Polen erreichten viele Pendler nur äußerst mühsam ihre Arbeitsplätze. In Warschau waren innerhalb von 24 Stunden 18 Zentimeter Schnee gefallen - mehr als in den Bergen, berichtete der polnische Rundfunk. In Tschechien konnte der internationale Flughafen Prag-Ruzyne am Donnerstagmorgen wieder geöffnet worden. Der Flughafen hatte in der Nacht zum Mittwoch geschlossen werden müssen. Landesweit behinderte auch am Donnerstag starker Schneefall den Verkehr. (tso/dpa)

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