Winterpause : Tauwetter lässt Pegel steigen

Am Donnerstag machte Blitzeis den Autofahrern überall in Deutschland das Leben schwer. Am Freitag droht nun Hochwasser. Tauwetter und Niederschläge lassen in Hessen die Pegel bereits bedrohlich ansteigen.

Winterwetter wechselt sich immer wieder mit Tauwetter ab. Doch Der Winter steht aber schon wieder in den Startlöchern.Weitere Bilder anzeigen
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08.03.2013 17:00Winterwetter wechselt sich immer wieder mit Tauwetter ab. Doch Der Winter steht aber schon wieder in den Startlöchern.

Regen und starkes Tauwetter haben die Pegel der Flüsse in Hessen bedrohlich steigen lassen. In Ost- und Südhessen wurden am Freitag ufernahe Grundstücke und Straßen überschwemmt, wie das Landesamt für Umwelt und Geologie mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab eine entsprechende Unwetterwarnung heraus. Ein Sprecher sagte: „Die Temperatur steigt weiter an, so dass sich das teils unwetterartige Tauwetter fortsetzt.“ Zudem erwarten die DWD-Meteorologen weiter starke Niederschläge - vor allem in Südhessen. Der Main und die Lahn traten jedoch zunächst noch nicht über die Ufer.

Eisregen am Donnerstag

Eisglatte Straßen und Gehwege haben am Donnerstag Autos und Fußgänger in weiten Teilen Deutschlands ins Schlingern gebracht. Plötzlicher Eisregen legte zudem in Berlin und Nürnberg Flughäfen vorübergehend still. Es gab tausende Unfälle und Stürze, mehrere Autobahnen wurden vorübergehend gesperrt. Gleichzeitig einsetzendes Tauwetter und Regenfälle ließen in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz die Pegelstände steigen. So drohen an der Mosel bereits Überflutungen von Wohnhäusern.

Wer sein Auto lieber stehen ließ und sich zu Fuß zur Arbeit aufmachte, riskierte auf vereisten Gehwegen seine Gesundheit. Die Berliner Feuerwehr rief am Morgen den Ausnahmezustand aus: Die 115 Rettungswagen in der Hauptstadt mussten von Mitternacht bis 12.00 Mittags 182 Glatteis-Opfer einsammeln und in Krankenhäuser bringen.

Eisglätte in Deutschland
6. Januar 2011: Gefrierender Regen führt in weiten Teilen Deutschlands zu gefährlicher Glätte. Bei Dreilingen (Kreis Uelzen) rutscht selbst ein Streufahrzeug in einen Graben.Weitere Bilder anzeigen
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06.01.2011 09:486. Januar 2011: Gefrierender Regen führt in weiten Teilen Deutschlands zu gefährlicher Glätte. Bei Dreilingen (Kreis Uelzen)...

"Es ging quer durch - Schulkinder, Alte und jüngere Menschen waren betroffen", so ein Sprecher. Es gab Kopfplatzwunden, Prellungen und Knochenbrüche. Zehn Freiwillige Feuerwehren unterstützten die Rettungskräfte. In Hamburg rückten die Helfer zwischen 6 Uhr und 12 Uhr rund 200 Mal aus, um Gestürzten zu helfen.

Auf der Autobahn München-Stuttgart (A8) krachte auf spiegelglatter Fahrbahn ein Sattelschlepper aus dem Kosovo frontal in einen Reisebus. Dabei wurden am Morgen 30 Menschen verletzt, 4 von ihnen schwer. Der Fahrer des Fernlinienbusses aus dem Kosovo nach Frankfurt am Main hatte wegen eines Unfalls bremsen müssen und stellte sich auf den Fahrbahnen quer. Der Fahrer eines Sattelzugs konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in den mit mehreren Dutzend Menschen besetzten Bus. Die A8 wurde total gesperrt. Die bayerischen Behörden forderten die Bürger auf, nicht mit dem Auto zu fahren.

Bis zu zwei Zentimeter Eis

Gefrierender Regen verwandelte auch in Baden-Württemberg die Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Nach Angaben des Innenministeriums krachte es bis zum Vormittag rund 450 Mal. 34 Menschen wurden verletzt, 5 von ihnen schwer. In Hamburg und Schleswig-Holstein berichtete die Polizei von bis zu zwei Zentimeter Eis auf den Straßen. Allein in Hamburg gab es bis zum Mittag 130 Verkehrsunfälle. Die Autobahn 24 zwischen Hamburg und Berlin musste in Mecklenburg-Vorpommern am Vormittag gleich an zwei Stellen wegen Glatteis und einem schweren Unfall gesperrt werden.

Der Berliner Flughafen Tegel und der Nürnberger Flughafen wurden nach Eisregen vorübergehend gesperrt und auf den Start- und Landebahnen Enteisungsmittel gestreut. Dagegen fuhr die Bahn weitgehend störungsfrei. Es gebe kleinere Verspätungen aber keine schweren Ausfälle, sagte ein Sprecher. Es sei aber zu beobachten, dass viele Menschen vom Auto auf den Zug umgestiegen seien.

Vor allem in Niedersachsen und Brandenburg saßen viele Pendler fest, weil keine Busse fahren konnten. Wer nicht unbedingt aus dem Haus müsse, solle dies dringend unterlassen, riet die Polizei. In Niedersachsen fiel vielerorts auch die Schule aus. In Mecklenburg- Vorpommern stellte das Schweriner Innenministerium den Eltern es frei, ihre Kinder in die Schule zu schicken, da in vielen Landkreisen die Schulbusse nicht fuhren.

Unterdessen mussten sich die Menschen an den Flüssen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt bereits auf Hochwasser vorbereiten. An der Mosel wird nach Einschätzung des Hochwassermeldezentrums. Mit Regen und der Schneeschmelze werde das Hochwasser im Laufe des Freitags rasch auf acht Meter steigen und am Wochenende neun bis zehn Meter erreichen. Bei sechs bis acht Metern würden einige Uferstraßen an der Mittelmosel überschwemmt. Bei über neun Metern seien auch Häuser einzelner Ortschaften betroffen. In Traben-Trarbach etwa laufen dann im Stadtteil Traben Keller voll. Sandsäcke und Pumpen liegen bereit. (dpa/dapd)

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