Welt : Wörter sind Musik

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Nur zwei Zeilen umfasst Farag AlAschas Gedicht: „Ein Mann und eine Frau im Bett/ein schüchterner Mond am Fenster.“ Mit „Liebe“ hat es der libysche Dichter überschrieben, der heute in Deutschland lebt. Die Geschichte könnte jetzt beginnen oder mit diesem einen Satz, der Aufzählung von Protagonisten und Ort, ihren Schlusspunkt finden. Al-Aschas Kurzgedicht ist typisch für die „Neue arabische Lyrik“, wie sie Suleman Taufiq in seiner Anthologie zusammengetragen hat. Mit wenigen Worten umreißen diese Gedichte der knapp 50 Autoren aus allen Generationen Szenarios, die häufig in Naturbildern ihren Ausgang nehmen. Immer wiederkehrende Begriffe sind der Apfel, der Fluss, der Baum, der Mond. Auch im Deutschen behält diese Lyrik noch ihren elementaren Klang. Man beginnt zu ahnen, wie viel arabische Gedichte und Musik gemeinsam haben.NK


Dieses Buch bestellen Suleman Taufiq (Hrsg.): Neue arabische Lyrik. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004. 238 Seiten, 9 €.

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