Welt : Zwölfjährige bringt Kind zur Welt

Sie klagte über Bauchschmerzen und kam in die Kinderklinik, wo die Schwangerschaft festgestellt wurde

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Hamburg - Ein erst zwölf Jahre altes Mädchen hat am Mittwoch in Hamburg ein Kind zur Welt gebracht. Nach Angaben des Krankenhauses haben die junge Mutter und ihr 2830 Gramm schwerer Sohn die Entbindung gut überstanden. Unterdessen hat die Hamburger Kripo ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes eingeleitet. „Wir ermitteln noch gegen unbekannt“, sagte ein Polizeisprecher. Einzelheiten nannte er nicht.

Der Fall erregt über Hamburg hinaus große Aufmerksamkeit. Die Hintergründe und die Lebensverhältnisse des Mädchens sind unklar.

Das Mädchen hatte in der Nacht über starke Bauchschmerzen geklagt und war gegen 2 Uhr im Krankenwagen in ein Kinderkrankenhaus gefahren worden. Dort stellten die Ärzte fest, dass das Mädchen unmittelbar vor der Geburt eines Kindes stand. Weil die Kinderklinik keinen Kreißsaal hat, wurde das Mädchen ins Marienkrankenhaus verlegt, wo am Morgen um 4 Uhr 2 der kleine Junge zur Welt kam. Das Mädchen hat offenbar von seiner Schwangerschaft nichts gewusst. Die Eltern der Zwölfjährigen lehnten gegenüber den Medien, die in großer Zahl drängten, Wünsche nach Interviews mit ihrer Tochter und Fotos von ihrem Enkel ab. „Sie kümmern sich um ihr Kind und wollen, dass Tochter und Enkel ihre Ruhe haben“, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses.

Der Fall einer zwölfjährigen Mutter ist in Westeuropa nach Einschätzung der Sozialbehörde „extrem“. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden registrierte allein für 2004 in Deutschland 469 Lebendgeburten von Müttern, die 15 Jahre oder jünger waren. Eine genauere Aufschlüsselung des Alters werde nicht erfasst, hieß es.

Für jedes Kind einer minderjährigen unverheirateten Mutter tritt laut Sozialbehörde bis zu deren Volljährigkeit die gesetzliche Amtsvormundschaft des Jugendamtes in Kraft. Die junge Mutter hat allerdings das Recht, den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen, und versorgt es. Der Amtsvormund vertritt den neuen Erdenbürger nur rechtlich. dpa

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