1.700 Stellen in Deutschland betroffen : General Electric kürzt Belegschaft um ein Drittel

Der amerikanische Energiekonzern General Electric (GE) will weltweit bis zu 10.000 Stellen zu streichen. Auch drei deutsche Standorte sind betroffen.

2014 hatte General Electric (GE) den französischen Konkurrenten Alstom übernommen. Der französische Staat ist mit 20 Prozent größter Nebenaktionär.
2014 hatte General Electric (GE) den französischen Konkurrenten Alstom übernommen. Der französische Staat ist mit 20 Prozent...Foto: dpa

Der US-Konzern General Electric (GE) streicht in Europa 6500 Stellen, davon laut IG Metall etwa 1700 in Deutschland. Betroffen sei die vom französischen Konkurrenten Alstom übernommene Energiesparte, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Laut IG Metall sollen am Standort Stuttgart 255 der 380 Arbeitsplätze wegfallen und die Produktion in Mannheim und im saarländischen Bexbach geschlossen werden.

Weltweit 10.000 Stellen betroffen

Ein Unternehmenssprecher sagte am Mittwoch, die Kürzungen seien Teil einer Umstrukturierung der insgesamt 35.000 Stellen in Europa. In Frankreich sind demnach 765 Jobs gefährdet. Das Unternehmen bestätigte damit zum Teil einen Bericht der Zeitung "L'Est Républicain", die von 10.000 Stellenstreichungen weltweit berichtet hatte.

"Wir sind mehr als schockiert", erklärte der Betriebsratsvorsitzende am Standort Stuttgart, Bruno Markel. Die "schlimmsten Befürchtungen" seien noch übertroffen worden. Für die Beschäftigten seien die angekündigten Stellenstreichungen "ein Schlag ins Gesicht".

Die IG Metall kündigte Widerstand an

Die deutsche Gewerkschaft IG Metall möchte gegen die Kündigungen vorgehen. "Wir fordern das Management auf, in konstruktive Gespräche mit der Arbeitnehmerseite zurückzukehren und die Pläne zurückzunehmen", mahnte der Geschäftsführer der IG Metall Stuttgart, Martin Röll. Die Gewerkschaft habe Alternativen erarbeitet, die sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Jobs sichern würden. Von diesen wolle das Unternehmen aber nichts wissen.

GE hatte Anfang November den Kauf der Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom für 9,7 Milliarden Euro abgeschlossen. GE und der deutsche Siemens-Konzern hatten sich 2014 eine Bieterschlacht darum geliefert, der US-Konzern konnte sich schließlich durchsetzen.

Neue Jobs sollen geschaffen werden

Im Zuge der Übernahme hatte GE versprochen, in Frankreich letztlich tausend neue Jobs zu schaffen. An diesem Ziel werde trotz der nun beschlossenen Kürzungspläne festgehalten, sagte der GE-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen setze auf freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern und werde Umschulungen anbieten. Ein Sprecher der französischen Regierung erklärte, sie werde die Einhaltung der Zusagen von GE überwachen. (dam, AFP)

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