Wirtschaft : 50 Prozent mehr Gewinn reichen der Börse nicht Samsung enttäuscht mit seinen Quartalszahlen

Berlin - Die Reaktionen sind schwer zu erklären. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung erzielt einen Rekordgewinn – und die Aktie verliert. Der Computerkonzern Apple musste erst vor wenigen Tagen einen Gewinnrückgang verkünden – und die Aktie schoss in die Höhe. Zwar unterscheidet sich die Produktpalette beider Konzerne deutlich. Was sie aber gemeinsam haben ist, dass ihre jeweiligen Smartphone-Verkäufe entscheidenden Einfluss auf den Gewinn haben – und auch auf die zukünftige Entwicklung der Unternehmen.

Der Gewinnsprung bei Samsung dürfte vor allem auf den Erfolg des Smartphone- Spitzenmodells Galaxy S4 und auf die gestiegenen Preise für Elektronikchips zurückgehen. Der Marktführer bei Mobiltelefonen, Chips und Flachbildschirmen gibt zwar keine Verkaufszahlen für Produkte bekannt. Die Analysten von IDC gehen aber davon aus, dass Samsung zwischen April und Juni insgesamt 72,4 Millionen Smartphones verkauft hat, davon 20 Millionen vom Typ Galaxy S4 – dem direkten Konkurrenten zum iPhone von Apple. Die Kalifornier verkauften in dem Quartal 31,2 Millionen iPhones. Das war ein Fünftel mehr als in der Vorjahresperiode, was Analysten positiv überraschte.

Auch die Zahlen der Südkoreaner sind eigentlich beeindruckend. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 20,7 Prozent auf 57,46 Billionen Won (38,89 Milliarden Euro) zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern im gleichen Zeitraum 7,77 Billionen Won (5,26 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das waren fast 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit dem Rekordgewinn setzt sich Samsung deutlich von Apple ab: Dort ging der Gewinn (5,3 Milliarden Euro) das zweite Quartal in Folge zurück. Dennoch stieg die Aktie deutlich, wegen der unerwartet hohen iPhone-Verkäufe.

Was die Investoren aber besorgt, ist die Beobachtung, dass die Wettbewerbsintensität auf dem hart umkämpften Markt weiter zunimmt. Davon war bei Samsung vor allem die Sparte mit mobilen Geräten wie Tablets, Smartphones und einfacheren Handys betroffen, die bei den Südkoreanern für zwei Drittel des gesamten Geschäfts steht. Hier fiel der Gewinn im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 3,5 Prozent, obwohl das Unternehmen Ende April das vielbeworbene Galaxy S4 auf den Markt brachte.

Da immer mehr günstige Modelle auf den Markt kommen, die zugleich immer mehr können, sinken die durchschnittlichen Verkaufspreise und damit auch die Margen von Apple, Samsung und den anderen. Im Vergleich mit dem Vorjahr kam Samsung in der Mobil-Sparte zwar noch auf ein deutliches Gewinnplus von 52 Prozent. Aber selbst damit konnte der Konzern die hohen Markterwartungen nicht erfüllen, weil ältere Modelle nicht mehr so gefragt sind. Zudem warnte Samsung selbst, dass das Wachstum beim Smartphone-Absatz im dritten Quartal weiter nachlassen könne. vis

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