5000 Jobs in Gefahr : Blackberry in der Defensive

Einst setzte Blackberry Maßstäbe bei Smartphones. Dann verpassten die Kanadier den Trend zum Touchscreen. Eine Wende haben auch neue Geräte bislang nicht gebracht.

von
Der Deutsche Thorsten Heins baut Blackberry um - bislang mit mäßigem Erfolg.
Der Deutsche Thorsten Heins baut Blackberry um - bislang mit mäßigem Erfolg.Foto: Reuters

Ottawa/Waterloo - Der Stellenabbau bei dem einstigen Hightech-Giganten Blackberry schreitet voran. Offenbar steht bis zum Frühjahr eine weitere große Entlassungswelle bevor. Die vom Management nicht bestätigten Berichte kamen just an dem Tag, an dem das kanadische Unternehmen sein neues Smartphone, das Z30, vorstellte.

Eine Sprecherin von Blackberry lehnte es ab, sich zu den von ihr als „Gerüchte und Spekulationen“ bezeichneten Berichten zu äußern. Aber an den Berichten US-amerikanischer und kanadischer Medien, die, gestützt auf „Quellen, die Blackberry nahestehen“, den Stellenabbau meldeten, gibt es kaum Zweifel. Bis zu 5000 Mitarbeiter, was etwa 40 Prozent der weltweiten Blackberry-Belegschaft ausmacht, sollen bis zum Ende des Fiskaljahrs Ende Februar ihren Job verlieren, meldete am Mittwoch die kanadische Zeitung „Globe and Mail“. Vor zwei Jahren, als der Stellenabbau begann, hatte Blackberry weltweit noch 17 000 Mitarbeiter, von denen bereits 5000 gehen mussten.

Im Januar hatten sich noch alle Hoffnungen des Unternehmens auf den Blackberry 10 mit berührungsempfindlicher Oberfläche gerichtet. Er sollte nach Jahren des Abschwungs die Wende bringen. Aber die Verkäufe blieben hinter den Erwartungen zurück. Analysten zufolge liegt der Marktanteil von Blackberry in Kanada unter 20 Prozent, während es vor zwei Jahren noch 40 Prozent waren, und auf dem Smartphone-Markt in den USA habe Blackberry nur noch einen Anteil von weniger als drei Prozent gegenüber 14 Prozent vor zwei Jahren. Im vergangenen Monat gab Blackberry einen Plan bekannt, der auch die Suche nach „strategischen Alternativen“ umfasst, was künftige Joint Ventures, aber auch den Verkauf des Unternehmen bedeuten kann.

Inmitten dieser Unsicherheiten über die Zukunft stellte Blackberry am Mittwoch sein Z30 vor. Es ist das vierte Gerät in der Blackberry-10-Serie seit Beginn dieses Jahres. Z30 soll zunächst auf dem Markt in Großbritannien und im Mittleren Osten zur Verfügung stehen. Doch die „Globe and Mail“ merkte an, dass fast alle Technologiemedien in den USA ihre Berichterstattung mit den neuen iPhones von Apple und nicht mit Blackberry begannen. Gerd Braune

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben