Wirtschaft : 60 Jahre Beratung gegen Gebühr Verbraucherzentrale Berlin feiert Jubiläum

Frederike Roser

Berlin - Das Jubiläum vor zehn Jahren stand unter keinem guten Stern: Zum Fünfzigsten wurden der Verbraucherzentrale Berlin massiv die Mittel gekürzt. Änderungen im Steuerrecht und Fehler beim Management brachte die Verbraucherzentrale im Jahr 2010 fast in die Insolvenz. Nun, zum 60-Jährigen, geht es dem Verein wieder besser. „Aber wir spüren die Auswirkungen heute noch und wir müssen die Altlasten Stück für Stück abarbeiten“, sagt Eva Bell. Seit einem halben Jahr ist sie die neue Geschäftsführerin. Bis Ende des Jahres will sie die Verbraucherzentrale mit ihren 34 Mitarbeitern umstrukturieren. Die Arbeit müsse effizienter gestaltet werden, sagt sie. Das Beratungsangebot solle darunter aber nicht leiden.

Mit einfachen Preisinformationen und hauswirtschaftlichen Fragen hat es vor 60 Jahren angefangen. Mitten im Wirtschaftsaufschwung eröffnete im April 1953 die „Neue Hauswirtschaft“ in Kreuzberg. Es war die erste Verbraucherinstitution in Deutschland, aus der bald ein Verein wurde. Das Themengebiet wurde vielfältiger und die Beratung zu Produkten, Umweltthemen und rechtlichen Fragen kam hinzu. „Mit der Privatisierung bestimmter Märkte, wie dem Telekommunikation- oder dem Energiesektor, ist der Beratungsbedarf weiter gestiegen“, sagt Bell. Gegen Gebühr gibt es allgemeine Rechtsberatung und verschiedene Sonderberatungen: zu Baufinanzierung, Reiserecht oder Ernährung.

Die Berliner Verbraucherzentrale wird vorwiegend vom Senat und über Projektmittel finanziert. Im Jahr 2011 betrug der Gesamthaushalt rund 2,2 Millionen Euro. Der Rahmenvertrag, der die jährlichen Mittel für fünf Jahre regelt, läuft Ende des Jahres aus und wird derzeit neu verhandelt. „Unser Ziel ist, die Beratung aktuell zu halten und zu vertiefen“, sagt Bell. Dafür seien weitere finanzielle Mittel notwendig. Frederike Roser

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