Ab Mitte der Woche : Air-Berlin-Piloten kündigen Streiks an

Vor fünf Wochen platzte ein Tarifkompromiss, weil die Piloten ihn in einer Urabstimmung ablehnten. Seitdem wurde bei Air Berlin wieder verhandelt, aber ohne Ergebnis. Jetzt droht die Vereinigung Cockpit mit Streiks.

Die Tarifgespräche bei Air Berlin sind einmal mehr festgefahren.
Die Tarifgespräche bei Air Berlin sind einmal mehr festgefahren.Foto: dapd

Die Piloten von Air Berlin wollen Mitte dieser Woche streiken. Das kündigte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montag in Frankfurt an. Sie begründete diesen Schritt damit, dass im Tarifkonflikt mit der Fluggesellschaft abermals keine Verständigung über die Arbeitsbedingungen der Piloten erzielt worden sei. Deshalb sei „ab Mitte der Woche mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen“, teilte die Gewerkschaft mit. Air Berlin sprach sich für eine Schlichtung aus, um den Konflikt zu lösen. Die Tarifkommission müsse Verantwortung den Fluggästen gegenüber zeigen, sagte Unternehmenssprecher Peter Hauptvogel.

In einer Urabstimmung hatten sich die Piloten der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft am 15. Oktober mehrheitlich gegen einen ausgehandelten Tarifkompromiss ausgesprochen. Nach diesem Verhandlungsergebnis sollten die Arbeitsbedingungen der Air-Berlin- Piloten schrittweise bis 2013 an das bessere Niveau der Tochtergesellschaft LTU angeglichen werden.

Geregelt wurden darin unter anderem Urlaub, die Zahl freier Tage und Dienstplanmodelle. Auch hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, zum Sommerflugplan 2011 die Crews auf ausgewählten, besonders weiten Langstreckenflügen durch einen dritten Piloten zu verstärken.
Nach Darstellung der Gewerkschaft war Air Berlin dann aber bei Ausformulierung des Vertragswerks vom Geist der Einigung abgerückt. Das Unternehmen wies dies zurück. Vielmehr habe die Vereinigung Cockpit bei der redaktionellen Arbeit noch Forderungen nachgeschoben, hieß es.

Zuletzt hätten sich die Tarifgespräche festgefahren, sagte Sprecher Hauptvogel am Montag. Die Gewerkschaft habe Vorstellungen, die Air Berlin „jeglicher Flexibilität bei der Einsatzplanung berauben“ würde. Dies sei aber bislang eine Stärke von Air Berlin, die auch dazu beitrage, bei Störungen im Flugbetrieb Unannehmlichkeiten für die Passagiere zu vermeiden.

Wie sich der Streik auswirken könnte, lasse sich noch nicht beurteilen, sagte Hauptvogel. Er wies darauf hin, dass bei der Tochter LTU nicht gestreikt werde. Mit der Tarifkommission von LTU werde „mit einiger Aussicht auf Erfolg“ weiterverhandelt. (dpa)

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